Groß ist die Aufregung, nachdem bekannt geworden war, dass bei der Wiener Wahl am 11. Oktober möglicherweise eine Türkenpartei antreten wird, die obendrein ein Naheverhältnis zur islamistischen Regierungspartei AKP in der Türkei aufweist. Politische Beobachter sind sich indessen uneinig, ob das Antreten einer Türkenpartei dem roten Wiener Bürgermeister Michael Häupl schadet oder nützt. Während die einen meinen, die Sozialisten müssen mit einem mehr oder weniger deutlichem Verlust an türkischen Wählerstimmen rechnen, sind die anderen der Auffassung, es werde nun zu einer verstärkten Mobilisierung innerhalb der Wiener SPÖ kommen.

Dass bei der Wien-Wahl im Herbst vielleicht eine türkische Liste auf dem Stimmzettel stehen wird, kommt nicht überraschend. Vielmehr ist das Entstehen ethnischer Parteien in einem multiethnischen Staat wie Österreich – ja, dazu haben die Multi-Kulti-Jünger und Zuwanderungsfanatiker die Alpenrepublik gemacht – unvermeidbar. Darüber hinaus sorgen ethnische Parallelgesellschaften nicht nur für eigene Parteien, sondern auch für den Import von Konflikten, wie dem türkisch-kurdischen, von nigerianischen Stammesfehden oder von Dschihadismus und Islamismus. Und natürlich werden die verschiedenen Ethnien auch versuchen, ganz legal durch eigene Parteien Einfluss auf die heimische Politik zu gewinnen – da brauchen sich all jene, die die Zuwanderung gefördert haben, gar nicht wundern.

 

A. M.

 

 

(Bild: Thomas Ledl/wikimedia.org)