In der Nacht von Freitag auf Samstag veranstalteten tausende Erdogan-Anhänger eine unangemeldete Demonstration in Wien. Ihre Route begann bei der türkischen Botschaft. Die meisten Demonstranten zogen gegen 3 Uhr nachts Richtung Innenstadt. Laut Angaben der Polizei verlief diese Demonstration friedlich. Die Schlachtrufe waren eher „Pro Erdogan“. Ein Bewohner gab an, er hätte Allahu-Akbar-Rufe gehört.
Nicht friedlich verlief die Demo am Samstagnachmittag vor dem Wiener Heldenplatz mit etwa 1.200 Teilnehmern, welche wie am Vorabend auch Fahnen und Plakate bei sich hatten. Einige Teilnehmer der Demonstration demolierten den Gastgarten eines kurdischen Lokals.
Weitere Anzeigen gab es wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung. Die von der Erdogan-nahen „Union Europäisch-Türkischer Demokraten“ hatten diese zweite Demonstration unter dem Namen „Demonstration gegen den Militärputsch in der Türkei“ angemeldet.
Norbert Hofer, Präsidentschaftskandidat der FPÖ, äußerte sich via Facebook dazu wie folgt: „Ich mache mir Sorgen wegen der Demonstrationen türkischer Staatsbürger und bereits eingebürgerter Türken in Wien. Es kam dabei auch zu Ausschreitungen gegen türkische Kurden.“ Weiter betont Hofer: „Bei den Demonstrationen wurde auch der Wolfsgruß gezeigt, das Erkennungszeichen der ‚Grauen Wölfe‘. Das ist eine rechtsextreme türkische Bewegung, die für Terrorismus und Mord verantwortlich ist.“

 

 [Text: K. B.; Bild: Burak Su/wikimedia.org]