Laut dem Chef einer türkischen Liste, die in der Arbeiterkammer Vorarlberg vertreten ist, wollen viele im „Ländle“ lebenden Türken heim. Angeblich, weil sie sich durch die Aussagen von österreichischen Spitzenpolitikern nach dem Putschversuch des Militärs in der Türkei Mitte Juli nicht mehr in Österreich erwünscht fühlen. Bei den mit Österreich unzufriedenen Türken dürfte es sich um die fünfte Kolonne des türkischen Präsidenten Erdogan handeln. So soll man sie gehen lassen.

Problematisch wird es aber, wenn die Türken nach Angaben ihres AK-Vertreters nur unter der Bedingung in die Heimat zurückkehren wollen, „dass ihnen die bisher einbezahlten Sozialleistungen wie auch die Beträge, die in die Pensionskassen flossen, ausgehändigt werden.“ Hier zeigt sich die offenbar herrschende Anspruchsmentalität. Dass nämlich nicht wenige der rückkehrwilligen Türken mehr Sozialleistungen erhalten als sie ins österreichische Sozialsystem eingezahlt haben, soll keine Rolle spielen. Die Beanspruchung des heimischen Sozialsystems – z. B. Krankenhausaufenthalte oder Arbeitslosengeld – soll auf die Allgemeinheit umgewälzt werden.

Klare Worte zu den Forderungen des türkischen AK-Funktionärs kommen von Vorarlbergs FPÖ-Landesparteiobmann Reinhard Bösch: „Wer trotz jahre- und jahrzehntelanger Österreichischer Staatsbürgerschaft in unserem Land noch nicht angekommen ist, dem steht es nicht nur frei, unser Land wieder zu verlassen, sondern er ist dazu aufzufordern“. Mit diesem Angebot sei, so Bösch, neuerlich klar geworden, dass viele Personen mit Migrationshintergrund in einer Parallelgesellschaft lebten.

 

[Text: B. T.; Bild: Armagan TEKDONER/wikimedia.org]