Der Erfolg des einstigen Grünen-Chefs Alexander Van der Bellen bei den Wahlen zum Bundespräsidenten zeitigt andere Ergebnisse, als sich das die jetzige Grünen-Chefin Eva Glawischnig vorgestellt hatte. Schließlich war die Kandidatur Van der Bellens ihre Idee gewesen. Im Sog des Wahlerfolges Van der Bellens sollten dann auch die Grünen als Partei bei weiteren Wahlen erhebliche Zugewinne erzielen.

Wer einmal „den Sündenfall“ begangen hatte und einem Grünen seine Stimme gab, dem sollte es auch bei anderen Wahlen leichter fallen Grün zu wählen, war das Kalkül.

Allein bereits die erste Bewährungsprobe fiel ganz fürchterlich ins Wasser. Bei den Gemeinderatswahlen in Graz gewannen die Grünen nicht nur wie erhofft dazu, sondern büßten auch noch zwei Prozent der Stimmen ein und verloren sogar ein Mandat. Van der Bellen hatte zwei Monate zuvor dort noch knapp zwei Drittel der Stimmen abgeräumt.

Der Ärger für Glawischnig ließ nicht lange auf sich warten. Prompt meldete sich der einstige Grünen-Parlamentarier und Klubobmann im Nationalrat Johannes Voggenhuber zu Wort und griff die Führung der Grünen heftig an. Die Rücktrittsaufforderung an Glawischnig war nicht zu überhören.

Aber auch von anderer Seite bläst der Grünen-Chefin gehörig Wind ins Gesicht.

Peter Pilz, das grüne Urgestein forderte vor einiger Zeit schon einen Kurswechsel der Partei. Sie möge linkspopulistisch agieren forderte er, um ihr Wählerpotential besser auszuschöpfen. Eine Ansage, die nicht nur ungehört blieb, sondern von Glawischnig heftig zurückgewiesen wurde.

Im Unterschied zum Politpensionisten Voggenhuber ist aber Pilz noch nicht ganz zahnlos. Als mit allen Wassern gewaschener Parlamentarier kann er sich Gehör in der Öffentlichkeit schaffen. Mit seiner Forderung nach einem neuerlichen Untersuchungsausschuss in der von Minister Doskozil (SPÖ) losgetretenen Eurofighter Affaire, war er blitzartig in allen Medien und lässt damit seine deutlich jüngere Parteichefin unglaublich alt aussehen. Mit dem von ihr abgelehnten Populismus spielend, zeigt er ihr, wie man das Interesse der Öffentlichkeit weckt.

Wie angeschlagen die grüne Parteichefin bereits ist konnte man am vergangenen Dienstag im ORF-Report sehen. Dort ging sie gegen den ÖVP-Obmann Vizekanzler Mitterlehner in einer Zweier-Debatte völlig unter und musste sogar von der ansonsten grünfreundlichen Moderatorin Susanne Schnabl so manchen Rüffel einstecken.

Inwieweit Peter Pilz nun mit seiner populistischen Forderung durchkommt, wird wohl sehr wesentlich von den Freiheitlichen abhängen. Die braucht er nämlich um den Untersuchungsausschuss durchzusetzen.

Dass sich H.-C. Strache ziert, ist nur zu verständlich. Schließlich weiß er ganz genau, dass er mit einer Zustimmung dem „erklärten FPÖ-Hasser“ eine Bühne bietet, die dieser weidlich zu nutzen gedenkt. Schließlich könnte er damit über einen beachtlichen Zeitraum hinweg seine linkspopulistischen Süppchen kochen. Und was hätte die FPÖ schon davon, wenn Glawischnig immer mehr ins Abseits gedrängt würde. Schließlich ist sie mit ihrer inländer- und männerfeindlichen Haltung ein Garant dafür, dass immer mehr, auch politikverdrossene Bürger den Forderungen der FPÖ ihr Gehör schenken.

 

[Text: W. T.; Bild: Parlamentsdirektion / PHOTO SIMONIS]