Obwohl in den Jahresberichten von Netzwerk Recherche nirgends die Open Society Foundation oder der Name Soros auftaucht, wird aus den Veranstaltungsprogrammen der letzten Jahre der Zusammenhang schnell ersichtlich.
Die Liste der prominente Referenten 2016-17 liest sich wie ein Who is Who des deutschen Aktivisten-Journalismus: Stammgast Anja Reschke (NDR), Carmen Miosga (ARD-Tagesthemen), Lutz Marmor (Intendant NDR), Julia Jäkel (CEO Gruner & Jahr), Patrick Gensing (ARD Faktenfinder), Hans Leyendecker (SZ), Klaus Brinkbäumer (Spiegel), Jakob Augstein (Freitag), Franziska Augstein, Armin Wolf (ORF), Blogger Stefan Niggemeier und Autorin Silke Burmester sind nur die prominentesten Namen.
Sie diskutieren fast ausschließlich mit „Experten“ der verschiedenen Soros-Gruppen: Arne Semrott von Open Knowledge Foundation, Thomas Schnedler von Correctiv/netzwerk recherche, Mehmet Ata von Mediendienst Integration, Marie Bröckling von netzpolitik.org, Gemma Poerzen von Reporter ohne Grenzen, Susanne Tannert von #ichbinhier, sowie Transparency International, interlink academy, journalismfund.eu, Investigate Europe journalists.network und das Global Investigative Journalism Network, dessen Weltkonferenz sogar 2019 in Hamburg von Netzwerk Recherche ausgerichtet wird. Das Netzwerk Recherche ist auch der Geburtsort des umstrittenen linken Recherche-Kollektivs WDR/NDR/Süddeutsche Zeitung, das z.B. die sogenannten Paradise- und Panama-Papers mit dem Soros-finanzierten ICIJ recherchiert hat.
Die Themen sind dann „Hass und Drohungen gegen Journalisten – Wo bleibt unsere Solidarität?“ mit Anja Reschke und Patrick Gensing; „Solidarität ja – aber wie? Wenn Journalisten zu Aktivisten werden (müssen)“ mit Silke Burmester, Stephan Lamby und Christian Mihr von „Reporter ohne Grenzen“; oder „Hetze, Drohungen und Übergriffe“ mit Mehmet Ata von Mediendienst Integration.
Auffallend ist, dass hier viel über die „Gegenseite“ geredet wird, wenig aber mit ihr. Zum „Umgang mit der AfD“ gab es jede Menge Veranstaltungen, aber als einziger Gast 2016 Alexander Gauland, der sich dem Kreuzverhör von Kai Gniffke (Tagesschau) und AfD-Expertin Melanie Amann (Spiegel) stellen durfte.

[Text: A.S.; Bild: Screenshot netzwerkrecherche.org]