Bewegung soll bekanntlich die Gesundheit und das Wohlbefinden fördern. Ein zuviel davon kann aber auch schnell schädlich sein. Ein Zuviel an „Bewegung(en)“ wird einem derzeit allerdings in der Politik zugemutet. Dabei geht es jedoch weniger um Bewegung, sondern vielmehr um Sitzen, auf dem warmen und auch wohldotierten Sessel im Nationalrat.
Dabei ist die Idee einer politischen Bewegung – statt einer Partei – so neu nicht. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts exerzierte ein Politiker österreichischer Provenienz schon Mal vor, wie das so mit Bewegung geht – danach war dieses Phänomen erstmal für eine zeitlang verschwunden. Neu aus der Taufe gehoben wurde der Ansatz dann bei der letzten Präsidentenwahl in Frankreich, als der Rothschildbanker und „unabhängige“ Sozialist Macron beschloss, nicht Politiker zu werden, das war er ja schon – aber es unabhängig von Parteien mal mit einer Bewegung zu versuchen, und sacrebleu, schon saß er im Élysée-Palast. Grund genug, das französische Erfolgsrezept auch hier zu kopieren. Allen voran der derzeitige Außenminister Sebastian Kurz, der nicht nur regelmäßig FPÖ-Forderungen kopiert, sondern auch nicht mehr schwarz sehen wollte und sogleich eine türkise Bewegung aus der Taufe hob.
Bewegung gab es auch bei den Grünen. Während ein Teil der Jungen nur die grüne Hülle abstreifte und folglich logischerweise zur KPÖ ging, versucht sich das grün-kommunistische Urgestein Peter Pilz mit einer eigenen Liste und gründete dazu mit anderen geschassten Genossen eine neue Nicht-Partei, die Liste Pilz.
Damit hat es für die Grünen aber noch kein Ende. In Kärnten ruft die grüne Ex-Landeschefin Marion Mitsche, die bei der parteiinternen Listenwahl scheiterte, auch eine neue Bewegung ins Leben. Mit der „F.A.I.R.“-Partei will man 2018 bei den Landtagswahlen in Kärnten mitmischen und sicher etwas ganz Neues präsentieren. Sessel wollen ja schließlich warmgehalten werden.

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