Mit dem Abschuss eines russischen Kampflugzeugs vom Typ Suchoi Su-24 durch die Türkei am 24. November sind die Beziehungen zwischen Moskau und Ankara an einem Tiefpunkt angelangt. Russlands Präsident Wladimir Putin sprach von einem „Dolchstoß“ gegen Russland und warf der Türkei vor „Unterstützer von Terroristen“ zu sein.

Während die Türkei behauptet, die Su-24 hätte ihren Luftraum verletzt, gibt es viele Hinweise, dass der russische Kampfbomber über Syrien abgeschossen wurde, wo Moskau Luftschläge gegen Anti-Assad-Kräfte – sowohl gegen den IS als auch gegen Rebellen – führt. So wurde einer der beiden russischen Piloten, die sich mit Fallschirmen zu retten versuchten, auf syrischem Boden von Angehörigen der Volksgruppe der Turkmenen, die mit der Türkei verbündet sind, getötet. Die Art und Weise, wie das geschah – er wurde noch in der Luft erschossen – gilt als Kriegsverbrechen. Und wie ein ranghoher US-Beamter der Nachrichtenagentur Reuters unter der Bedingung der Anonymität sagte, „glauben die Vereinigten Staaten, dass das russische Kampfflugzeug von der Türkei abgeschossen wurde, nachdem es kurz in den türkischen Luftraum eingedrungen war“.

Auffallend ist, dass der Abschuss der Su-24 just zu dem Zeitpunkt geschah, in dem Russland in Syrien das Heft in die Hand nimmt und gleichzeitig der US-Einfluss abnimmt. Somit hat Washington ein besonderes Interesse daran, Moskau in einen Nebenschauplatz zu verwickeln und die ohnedies verworrene Lage in dem Bürgerkriegsland noch weiter zu komplizieren. Generalleutnant Tom McInerney, ein ehemaliger Kommandant des für die USA und Kanada zuständigen Luftwaffenkommandos Norad, sagte dem US-Nachrichtensender Fox News, dass Russland die Türkei nicht bedrohe und der Abschuss des russischen Kampfflugzeugs „bereits geplant“ gewesen sei.

 

Lesen Sie mehr zu diesem Thema in der neuen Ausgabe der Zur Zeit, entweder hier als E-Paper, oder ab Freitag in Ihrem Kiosk.

 

 

Bild: Mil.ru/wikimedia.org