Der Abzug der US-Truppen aus Afghanistan wird langsamer vorangehen als geplant. Nach einer Meldung von „Associated Press“ sollen 9.800 US-Soldaten bis weit ins Jahr 2016 in dem Land am Hindukusch stationiert bleiben. Nach einem im Vorjahr mit dem damaligen Präsidenten Hamid Karzai geschlossenen Abkommen sollte hingegen heuer die 11.000 Mann umfassende Truppe in Afghanistan bis Jahresende um die Hälfte reduziert werden, und der Rest sollte das Land 2016 verlassen.

Es wird erwartet, dass Ende März bei einem Treffen zwischen dem nunmehrigen afghanischen Präsidenten Aschraf Ghani mit seinem US-Amtskollegen Barack Obama in Washington der spätere Truppenabzug beschlossen wird. In diesem Sinne äußerte sich auch der neue US-Verteidigungsminister Ashton Carter. Denn Obama wolle Ghani unterstützen, der aus „Sicherheitsgründen“ für einen längeren Verbleib der US-Truppen in Afghanistan eintritt.

Ghani fürchtet offenbar ein weiteres Erstarken der islamisch-fundamentalistischen Taliban. Schließlich hat der 2001 begonnene und 2014 offiziell beendete Krieg der USA Afghanistan keinen Frieden bringen können. Umgekehrt bietet Ghanis US-freundliche Politik Washington die Gelegenheit, seine Militärpräsenz in dem strategisch wichtigen Land aufrechtzuerhalten.

 

B. T.

 

 

(Bild: Staff Sgt. Jonathan Lovelady/U.S. Air Force)