Im August 2015 wurde Andrzej Duda als Kandidat der neuen nationalkonservativen Regierungspartei „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS) überraschend zum Präsidenten von Polen gewählt. Der bis dahin selbst in seiner Heimat, geschweige denn im Ausland wenig bekannte Politiker konnte sich knapp gegen seinen liberalen Vorgänger Bronisław Komorowski durchsetzen. Genau wie seine Partei, deren Mitgliedschaft er beim Amtsantritt niederlegte, steht Duda für eine Kehrtwende in der bis dahin sozialistischen Politik Polens. So lehnt er etwa die kulturmarxistische Gesellschaftspolitik von Abtreibungs-Förderung und Homo-Ehe ab und macht sich stark für christlich-konservative Werte. Schon in seiner Zeit als EU-Abgeordneter in der Fraktion der „Europäischen Konservativen und Reformer“ war er gegenüber dieser Institution skeptisch eingestellt. Duda lehnt die Einführung des Euro ab und ist vor allem ein scharfer Kritiker der derzeitigen BRD-Politik unter Angela Merkel.

Der Millionär Andrej Kiska ist der erste slowakische Präsident, der niemals Mitglied der kommunistischen Partei gewesen ist. Er war im Bereich des Juwelenhandels tätig und hatte zusammen mit seinem Bruder ein Kreditinstitut gegründet. Nach dem Verkauf seiner Anteile begann er, sich der Politik zu widmen. 2014 trat er gegen den Sozialisten Robert Fico an, den er schließlich in der Stichwahl besiegen konnte. Man kann Kiska als liberalen Konservativen bezeichnen. So unterstützte er etwa ein familienpolitisches Referendum, das sich unter anderem gegen ein Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare und die Homo-Ehe aussprach.

 

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[Bild: Katarzyna Czerwińska/Senat Rzeczypospolitej Polskie]