In Ungarn hat die Demokratie einen weitaus höheren Stellenwert als etwa in Österreich. So zitiert heute die Tageszeitung „Die Presse“ den ungarischen Parlamentspräsidenten Laszlo Köver mit den Worten, „wenn die FPÖ in Wien mehr als 30 Prozent bekommt und man sie extrem nennt, dann bedeutet das ja, dass man ein Drittel der Wähler extrem nennt. Oder dumm, weil sie nicht verstehen, wen sie wählen.“ Zudem dürfe man Parteien wie die FPÖ, die die Sorgen der Bürger in der Einwanderungsfrage thematisieren, nicht gleich populistisch nennen.

Zum ungarischen Grenzzaun sagt Köver, sein Land wolle nicht zu Mittätern bei der Zerstörung Europas werden und im Gegensatz zu anderen Staaten kein Migrationsbüro sein. Das ist ein klarer Seitenhieb auf Österreich und die Bundesrepublik Deutschland.

Hart geht der Parlamentspräsident mit der Zivilreligion der politischen Korrektheit ins Gericht. Er betont, dass politisch korrektes Regieren im Grunde nichts anderes bedeute, als „die eigenen Ansichten der Mehrheit aufzuzwingen“. Und Köver weiter: „Wir hatten das ja schon in der braunen und in der roten Diktatur. Heute ist es die Diktatur der politischen Korrektheit.“ Deswegen hätte Leonid Breschnew, ein kommunistischer Diktator der Sowjetunion, seine Freude daran, wenn er sehen könnte, wie heute die öffentliche Meinung geformt wird. Kövers Aussagen zeigen einmal mehr, dass die mittelosteuropäischen EU-Staaten, die jahrzehntelang unter der Knute der Moskauer Kommunisten standen, besonders sensibel auf die Bedrohungen für Freiheit und Demokratie reagieren, wie sie eben von der Political Correctness ausgehen.

 

 

Text: A. M.
Bild: Michał Józefaciuk/wikimedia.org