Wie tief die USA mittlerweile militärisch in der Ukraine verstrickt sind, belegt eine Stellenanzeige des Dienstleisters „Mission Essential“. Darin wird ein der ukrainischen Sprache kundige US-Bürger gesucht, der Übersetzungsarbeiten zur Unterstützung des US-Militärs vornimmt. Dienstort ist die an der Schwarzmeerküste gelegene Stadt Mykolajiw, wo derzeit ein Konstruktionsbataillon der US-Marine ein „maritimes Operationszentrum“ der ukrainischen Seestreitkräfte errichtet.

Für die „Linguisten“ könnte der Einsatz in der Ukraine recht ungemütlich werden. So heißt es in der Stellenbeschreibung, die „Linguisten“ müssten sich, wenn notwendig „unauffällig unter die lokale Bevölkerung mischen“ können. Verlangt wird auch die Bereitschaft, in einer „rauen Umgebung“ zu leben und zu arbeiten bzw. nötigenfalls in einer Kampfzone den Dienst zu versehen. Ebenfalls gefordert werden eine hohe Stressresistenz sowie die „Fähigkeit, als integrales Mitglied eines Teams von hochqualifizierten Fachkräften zu arbeiten, die für die Sicherheit von US-Streitkräften, US-amerikanischen und ausländischen Würdenträgern verantwortlich sind“.

„Mission Essential“ hat laut eigenen Angaben seit mehr als einem Jahrzehnt Kunden wie dem US-Außen-, Heimatschutz- und Verteidigungsministerium, Nachrichtendiensten, „befreundeten ausländischen Regierungen“ sowie multinationalen Konzernen „operationelle Lösungen“ zur Verfügung gestellt.

„Russia Today“ merkt an, dass das Stelleninserat das offizielle Washingtoner Narrativ, wonach keine eigenen US-Spezialkräfte in der Ukraine operierten, konterkariert. Zudem wird darauf hingewiesen, dass die Stellenausschreibung nur wenige Tage vor dem Zwischenfall in der Straße von Kertsch erschien. Insgesamt lässt das Inserat darauf schließen, dass USA und NATO ihr gegen Russland gerichtetes Engagement in der Ukraine verstärken werden und bereit sind, auch Kampfeinsätze in Kauf zu nehmen.

[Text: B.T.; Bild: Screenshot careers.missionessential.com]