In den USA nehmen der Anti-Rassismus-Wahn und die Auslöschung der Erinnerung an die Südstaaten-Konföderation immer ärgere Züge an. Die University of Maryland gab nun bekannt, dass sie die offizielle Hymne dieses Bundesstaates vor Football-Spielen nicht mehr spielen werde, und zwar wegen „Verbindungen zur Konföderation“. Wie eine Sprecherin der Universität der „Baltimore Sun“ sagte, habe die Marschkapelle beschlossen, die Hymne nicht mehr zu spielen, um zu „überprüfen, ob sie heute (noch) mit den Werten unserer Einrichtung übereinstimmt“.

Der 1861 geschriebene Text von „Maryland, My Maryland“ ist seit 1939 offizielle Hymne des Ostküsten-Bundesstaates. Die Ursprünge der Hymne, die zur Melodie des Weihnachtsliedes „Oh Tannenbaum“ gesungen wird, liegen jedoch in einem Kampflied der Südstaaten-Konföderation. Während des US-amerikanischen Bürgerkriegs (1861-1865) schloss sich Maryland nicht den Konföderierten Staaten von Amerika an, sondern blieb neutral. Dennoch ließ Präsident Abraham Lincoln Maryland militärisch besetzen.

Kritiker stoßen sich zudem daran, dass in der neunten und letzten Strophe die Verachtung gegenüber dem „Abschaum des Nordens“ zum Ausdruck gebracht wird. Politiker des Bundesstaates unternahmen deshalb bereits vergebliche Anläufe, um entweder den Text umzuschreiben oder „Maryland, My Maryland“ durch eine neue Hymne zu ersetzen.

Mittlerweile ist sogar die US-Hymne ins Visier der selbsternannten „Anständigen“ geraten. Jefferson Morley, ein Kolumnist des Internetmagazins „Salon“ behauptet etwa, „The Star-Spangled Banner“ hätte eine „rassistische Geschichte“. Morley, der ausgerechnet denselben Vornamen wie der Südstaaten-Präsident Jefferson Davis trägt, verzapft den Unsinn, die US-Hymne sei ein „Neo-Konföderierten-Symbol“. Zudem würde der während des Britisch-Amerikanischen Krieges (1812-14) geschriebene Text angeblich „schwarze Menschen verspotten, die zu den Waffen griffen, um ihre Freiheit zu erlangen“.

Tatsächlich heißt es im „sternenbesetzten Banner“: „Kein Zufluchtsort konnte die Tagelöhner und Sklaven vor dem Schrecken der Flucht oder dem Dunkel des Grabes retten“. Francis Scott Key, der den Text zur US-Hymne geschrieben hatte, wurde dazu von einem Regiment ehemaliger Sklaven, den Colonial Marines, die Teil des britischen Expeditionskorps waren, inspiriert. Dieses hatte die Amerikaner im August 1814 in der Schlacht bei Bladensburg besiegt, scheiterte aber wenige Wochen später bei einem Angriff auf Fort McHenry im Zuge der kriegsentscheidenden Schlacht von Baltimore.

 

[Text: B. T.; Bild: gemeinfrei]