Die Briten rühmen sich gerne ihrer „special relationship“ mit den USA. Aber diese „besonderen Beziehungen“ halten Washington nicht davon ab, gegenüber dem wohl engsten Verbündeten Drohungen als Mittel der Politik anzuwenden. In einem Gastbeitrag im „Sunday Telegraph“ schrieb der US-Botschafter in London, Robert Wood Johnson, der Iran würde „sein Geld für Stellvertreterkriege und schädliche Aktivitäten im Ausland verschwenden“. Daher müsse das Vereinigte Königreich „seine beachtliche diplomatische Macht und Einfluss einsetzen“ und zusammen mit den USA daran arbeiten, dass der Iran sein Atomprogramm beendet.

Im Gegensatz zu Washington, wo eine Clique von neokonservativen Kriegstreibern den Ton angibt, ist die britische Außenpolitik von Weitsicht geprägt. Vergangene Woche stellte der für den Nahen Osten zuständige Vize-Außenminister Alistair Burt klar, dass London am internationalen Atomabkommen mit Teheran festhalte und „nicht einer Meinung mit den USA sind“. Zudem bezeichnete Burt das Atomabkommen als „wichtigen Bestandteil der regionalen Sicherheit“.

Das dürfte ausgereicht haben, dass die USA nun London drohen. Denn US-Botschafter Johnson erinnerte die Briten an die Worte von Präsident Donald Trump: „Der Präsident sagte unmissverständlich: Wer mit dem Iran Geschäfte macht, riskiert ernsthafte Konsequenzen im Handel mit den USA.“

[Text: B.T.; Bild: Wikipedia.org/Woody Johnson; Lizenz: US Goverment Public Domain]