Wieder gibt es einen Hinweis auf das gefährliche Spiel, das die USA im Nahen Osten betreiben. Nach einer Meldung der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti haben sich die USA und Saudi-Arabien darauf geeinigt, tausenden Kämpfern des IS freies Geleit zu geben, bevor es zu einem Angriff zur Befreiung der irakischen Stadt Mossul von den Islamisten kommt. Eine namentlich nicht genannte „militärisch-diplomatische Quelle“ sagte RIA Novosti, die Dschihadisten sollen umgruppiert werden, um in Syrien gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad zu kämpfen: „Mehr als 9.000 Kämpfer des Islamischen Staates werden von Mossul in die östlichen Regionen Syriens umgruppiert werden, um eine große Offensive zu Einnahme von Deir ez-Zor und Palmyra durchzuführen.“

Der diplomatischen Quelle zufolge soll US-Präsident bereits grünes Licht für einen Militäreinsatz zur Befreiung Mossuls gegeben haben. Die Offensive könnte noch im Oktober beginnen. Bereits im September bestätigte US-Verteidigungsminister Ashton Carter die Entsendung von 600 zusätzlichen US-Soldaten in den Irak. Diese sollen auf Ersuchen der lokalen Behörden mithelfen, die nordirakische Großstadt Mossul, die seit Sommer 2014 unter der Kontrolle des IS steht, zu befreien.

Offenbar hängt die nicht näher bestätigte „Verlegung“ der IS-Kämpfer nach Ostsyrien mit den militärischen Erfolgen Russlands zusammen, die Präsident Assad stärken. So zitiert die russische Nachrichtenagentur die Quelle aus Diplomatenkreisen, dass „Washington etwas gegen die Erfolge Russlands in Syrien unternehmen muss“. Zudem sei es ein offenkundiger Zweck der Operation, „den Erfolg der russischen Luftstreitkräfte in Verruf zu bringen“.

Darüber hinaus sollen die USA mit Saudi-Arabien übereingekommen sein, dass die Führung des saudischen Geheimdienstes das freie Geleit der Dschihadisten aus Mossul garantieren soll. Zudem sei ein ähnliches Schema angewendet worden, als im Juni die irakische Stadt Falludscha vom IS befreit wurde.

 

[Text: B. T.; Bild: U.S. Army/wikimedia.org]