Kürzlich fielen die westirakische Stadt Ramadi und die für ihre antiken Stätten weltberühmte syrische Stadt Palmyra in die Hände der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS). Damit rächt sich, dass der Westen, insbesondere die USA, seit dem Ausbruch des Aufstands gegen den syrischen Präsidenten Baschar al Assad die von Islamisten unterwanderte Opposition unterstützten. Vor allem aber nahmen die USA und ihre Verbündeten das Entstehen des IS bewusst in Kauf, wie aus einem von „Judicial Watch“, einer Plattform für investigativen Journalismus veröffentlichten Dokuments des US-Militärgeheimdienstes Defense Intelligence Agency hervorgeht.

In dem mit August 2012 datierten siebenseitigen Dokument ist zu lesen: „Wenn die Lage aus den Fugen gerät, besteht die Möglichkeit der Gründung eines offiziell oder nicht offiziell ausgerufenen salafistischen Fürstentums im östlichen Syrien (Hasaka und Deir ez-Zor), und das ist genau das, was die Mächte, die die Opposition unterstützen, wollen, um das syrische Regime zu isolieren, das als strategische Tiefe der schiitischen Expansion (Irak und Iran) betrachtet wird.“

Und mit bemerkenswerter Weitsicht sagen die Experten des US-Militärgeheimdienstes voraus, was die von Washington offenbar gewollte Verschlechterung der Lage in Syrien für den benachbarten Irak bedeutet: „Das schafft für Al Kaida im Irak die ideale Atmosphäre zur Rückkehr nach Mossul und Ramadi und wird ihr (…) neuen Schwung geben.“ Zur Erinnerung: Mossul fiel im bereits Juni 2014 in die Hände des IS.

 

B. T.

 

 

(Bild: wikimedia.org/Islamic State (IS))