Hätte Japan nicht am 15. August 1945 kapituliert, hätten die USA nach Hiroshima und Nagasaki weitere zwölf Atombomben auf japanische Städte abgeworfen. Das berichtet das US-Magazin „Daily Beast“ unter Berufung auf Geheimdokumente des US-Militärs, die anlässlich des 70. Jahrestages der beiden Atombombenabwürfe freigegeben wurden.

 

Demnach hätte der dritte Atombombenangriff am 19. August 1945 stattfinden sollen, und zwar mit einer Megatonne, die größer war als ihre beiden Vorgänger. Potentielle Ziele waren die Städte Kyoto, Yokohama, Kokura, Niigata und Tokio. In Bezug auf die Hauptstadt spielte es für die USA keine Rolle, dass Tokio bereits bei Bombardierungen mit konventionellen Bomben weitgehend zerstört wurde und dabei rund 100.000 Menschen ums Leben kamen.

 

Die alte Kaiserstadt Kyoto, die ursprünglich für den allerersten Atombombenabwurf vorgesehen war, wurde jedoch auf Betreiben von Kriegsminister Henry Stimson von der Liste gestrichen. Dieser hatte in Kyoto seine Flitterwochen verbracht und sagte, diese Stadt sei ein wichtiges kulturelles Zentrum und „darf nicht bombardiert werden. 

B.T.

 

 

(Bilde: wikimedia.org/United States Department of Energy)