Am 22. Juli stellte die US-Marine ihren neuen Flugzeugträger „Gerald R. Ford“, benannt nach einem früheren Präsidenten, in Dienst. Das Kriegsschiff ist auf dem neuesten Stand der Technik und – was nur wenige wissen – „genderneutral“, weil Urinale fehlen. „Da gibt es eine Sache, die fehlt, wie männliche Seeleute bemerken werden: Urinale. Zum ersten Mal ist auf der Ford jedes Badezimmer ‚genderneutral‘ konzipiert, was bedeutet, dass Urinale durch Spülklosetts ersetzt wurden“, schreibt die „Navy Times“. Keine Rolle spielt, dass die überwiegende Mehrheit der Besatzung der Ford männlich ist, überhaupt liegt der Anteil weiblicher Seeleute in der US-Marine bei nur rund 18 Prozent.

Wie Kaylea Motsenbocker von der US-Marine der „Navy Times“ sagte, soll der Verzicht auf den Einbau von Urinalen mehr „Flexibilität“ garantieren und, wenn sich der Männer- und Frauenanteil der Besatzung verändert, für eine einfachere Anpassung an die Bedürfnisse des jeweiligen Geschlechts sorgen.

Allerdings gibt es auch Kritik. So wird eingewendet, die Verwendung von Wasserklosetts statt Urinalen durch männliche Seeleute sei weniger hygienisch, weil es Probleme mit dem „Zielen“ gäbe. Schwerer wiegt freilich das Argument der unnötigen Platzverschwendung, zumal auf Flugzeugträgern wie der Ford, die 13 Milliarden Dollar gekostet hat, jeder Quadratmeter kostbar ist. Während ein Urinal einen knappen Quadratmeter in Anspruch nimmt, kommt verbraucht ein Sitzklosett mehr als das doppelte an Fläche, rechnet Chuck Kaufman, der Präsident eines auf die Planung von Badezimmern spezialisierten Unternehmens, vor. „Warum will man das Schiff nur für die Einbauten größer haben? Man kann doppelt so viele Urinale wie Wasserklosetts bekommen“, zitiert die „Navy Times“ Kaufman.

 

[Text: B. T.; Bild: US-Navy/wikimedia.org]