Wieder gibt es einen Beweis, dass im syrischen Bürgerkrieg die USA auf der Seite der Dschihadisten stehen. In einem vom bekannten Publizisten und Nahostkenner Jürgen Todenhöfer geführten und im „Kölner Stadt-Anzeiger“ erschienenen Interview gibt der Dschihadist Abu Al Ezz freimütig zu: „Ja, die USA unterstützen die Opposition, aber nicht direkt.“ An anderer Stelle bestätigt der Kommandant des Al Kaida-Ablegers Al Nusra-Front, dass „die Amerikaner auf unserer Seite stehen, aber nicht so, wie es sein sollte“. Dabei beklagt er, dass die Unterstützung nicht direkt erfolge, sondern „über Länder, die uns unterstützen“. Und zum Kriegsziel seiner Dschihadistenbande sagt Al Ezz mit aller Deutlichkeit: „Unser Ziel ist der Sturz des Regimes, und die Gründung eines islamischen Staates gemäß der Islamischen Scharia.“

In diesem Zusammenhang nennt der Islamist Saudi-Arabien und Katar: „ Zum Beispiel wurde uns folgendes gesagt: Wir müssen das ‚Bataillon 47‘ erobern und einnehmen. Wir haben von Saudi-Arabien 500 Millionen syrische Pfund bekommen. Für die Übernahme der Infanterie-Schule in ‚Al Muslimiya‘ vor Jahren bekamen wir aus Kuwait 1,5 Millionen kuwaitische Dinar und aus Saudi Arabien fünf Millionen Dollar.“

Wenn die zweifelhaften Verbündeten der USA in Bedrängnis geraten, können sie auch auf unmittelbare Hilfe zählen. So sagte Al Ezz, „als wir bedrängt wurden, hatten wir Offiziere aus der Türkei, Katar, Saudi Arabien, Israel und Amerika hier“. Es mischt sich also auch Israel in den syrischen Bürgerkrieg ein. So berichtete der arabischsprachige Dienst der russischen Nachrichtenagentur Sputnik am 21. September unter Berufung auf nicht näher genannte „Quellen im Schlachtfeld“, dass „russische Kriegsschiffe drei Kalibr-Raketen auf den Einsatz-Kooperations-Raum ausländischer Offiziere in der Dar-Ezza-Region im westlichen Teil von Aleppo nahe dem Sam‘an Berg feuerten und 30 israelische und westliche Offiziere töteten“. Sputnik zufolge wurden sie getötet, als sie im Einsatzraum Terrorangriffe in Aleppo und Idlib leiteten.

 

[Text: B. T.; Bild: Kyle Taylor/flickr]