Weiterhin unbeirrt halten die USA an ihrem Ziel, den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad zu stürzen, fest. Sollten die Feuerpause gebrochen werden oder die Friedensgespräche in Genf scheitern, will Washington die syrische Opposition mit wirksameren Waffen beliefern, die Angriffe auf Regierungsflugzeuge und Artilleriepositionen der Regierungstruppen ermöglichen. Das berichtete das für gewöhnlich ausgezeichnet informierte „Wall Street Journal“.

Demnach haben die CIA und ihre „regionalen Partner“ einen Plan für den Fall erarbeitet, falls die seit Februar haltende Waffenruhe in Syrien scheitert. Das Blatt schreibt: „Der ‚Plan B‘ sieht die Bereitstellung von Waffen an die syrische Opposition vor, die es ihr ermöglicht, Regierungsflugzeuge und Artilleriepositionen unmittelbar anzugreifen.“ Bislang hat sich die sogenannte gemäßigte syrische Opposition allerdings als ein gefährliches Trugbild erwiesen. Waffen und Ausrüstung, die von den USA und ihren Verbündeten an sie geliefert wurden, verschwanden oftmals und tauchten bald darauf in den Händen von islamistischen Milizen wieder auf.

Vieles deutet darauf hin, dass es Washington auf ein Scheitern der Friedensverhandlungen in Genf anlegt. Und – wenig überraschend – wird versucht, Russland sowie Präsident Assad die Schuld dafür in die Schuhe zu schieben. So sagte Samantha Power, die US-Botschafterin bei der UNO, eine politische Lösung des Syrien-Konflikts sei ziemlich unwahrscheinlich, weil Russland und Syrien eine Großoffensive auf Aleppo vorbereiten würden. „Da die syrische Regierung ihre Zusagen nicht einhält, hat der politische Prozess kaum Chancen auf Erfolg“, sagte Power, die als neokonservative Scharfmacherin gilt.

 

[Text: B. T.; Bild: VOA News; Scott Bobb/wikimedia.org]