Die USA sind das klassische Einwanderungsland schlechthin. Der Zustrom von Millionen Menschen aus allen Teilen der Welt funktionierte in der Vergangenheit nur deshalb so gut, weil sie sich in ihrer neuen Heimat assimilierten. Doch diese Zeiten gehen nun zu Ende und damit wohl auch die Prägung der USA durch weiße, protestantische Angelsachsen. Wie nun das „Center for Immigration Studies“ (CIS), eine private Forschungseinrichtung, in einem neuen Bericht schreibt, spricht knapp die Hälfte der Einwohner der größten Städte der USA im Alltag eine andere Sprache als Englisch.

Auf Grundlage neuester Daten des US-Statistikamtes hat das CIS ausgerechnet, dass 66,6 Millionen der Einwohner der Vereinigten Staaten im Alter von fünf Jahren und älter daheim eine Fremdsprache und nicht Englisch sprechen. Diese Gruppe umfasst sowohl in den USA Geborene als auch legale und illegale Einwanderer und entspricht knapp 22 Prozent der Gesamtbevölkerung. Zum Vergleich: 1980 lag der Vergleichswert bei elf Prozent.

Laut der Erhebungen des Zentrums für Einwanderungsstudien sprechen in Los Angeles 59 Prozent der Einwohner im Alltag eine Fremdsprache, in New York und Houston sind es 49 Prozent, und in Chicago immerhin noch 36 Prozent. Von den schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen im Alter von fünf bis 17 Jahren spricht jedes vierte daheim eine andere Sprache als Englisch. In Kalifornien sind es 44 Prozent und in den Bundesstaaten Texas, Nevada, New York, New Jersey und Florida immerhin noch ein gutes Drittel. 85 Prozent der betreffenden Schüler wurden bereits in den USA geboren, was Rückschlüsse auf die fehlende Integrationsbereitschaft ihrer Eltern zulässt.

Die stärksten Zuwächse bei den Fremdsprachen, die in den USA von mehr als 400.000 Personen verwendet wurden, konnten zwischen 2010 und 2017 verzeichnen: Telugu (plus 86 Prozent), Arabisch (plus 42 Prozent), Hindi (plus 42 Prozent), Urdu (plus 30 Prozent) und Chinesisch (plus 23 Prozent). Telugu und Hindi werden in Indien gesprochen, und Urdu ist die Nationalsprache von Pakistan. Die am weitesten im Alltag verbreiteten Fremdsprachen in den USA waren 2017 Spanisch mit 41 Millionen Sprechern, gefolgt von Chinesisch (3,5 Millionen) sowie das von den Philippinen stammende Tagalog (1,7 Millionen).

[Text: B.T.; Bild: Wikipedia/Wayne Wilkinson; Lizenz: CC BY 2.0]