In der Frage der Beziehung Van der Bellens zur Religion zeigt sich einmal mehr der Opportunismus des grünen Präsidentschaftskandidaten. Er hat immer zugegeben, Atheist zu sein und nicht an Gott zu glauben. Das lässt sich nun einmal nicht leugnen.
Nun, da die meisten Österreicher ja vorläufig immer noch Christen sind, versucht er seine Gottlosigkeit möglichst gut zu verstecken, weil ihm diese bei bürgerlich-konservativen Wählern, insbesondere im ländlichen Raum, wo der sonntägliche Kirchgang noch üblich ist, Sympathien und damit Stimmen kosten könnte. In mehreren Interviews darauf angesprochen, gibt er zu, nicht an Gott zu glauben, wohl aber an die Bibel.
Manchmal benutzt der angeblich „unabhängige“ Präsidentschaftskandidat auch das bei strenggläubigen Christen beliebtere, weil tiefsinnigere Wort, das „Neue Testament“. Dass in der Bibel nicht auch Gott vorkommen würde und dass das Neue Testament die Geschichte des Sohn Gottes ist, wird wohl nicht nur Christen bekannt sein. Van der Bellen anscheinend nicht, denn sonst könnte er solche sich widersprechenden Aussagen nicht treffen.
Das Glauben an das Neue Testament heißt auch das Glauben an die Existenz des Sohns Gottes. Wenn es aber den Sohn Gottes gibt, muss es zwangsläufig auch Gott geben. Eine der beiden Aussagen ist daher falsch. Wir können wohl getrost davon ausgehen, dass die immer wieder über lange Jahre zugegebene „Gottlosigkeit“ die wahre ist. Schließlich passt das auch genau zu seinen Absichten über die zukünftige Veränderung der österreichischen europäischen Kultur.