Dieser Tage sagte der neue Bundespräsident Alexander Van der Bellen in einem „Standard“-Interview zum Akademikerball, dass in einer liberalen Demokratie Burschenschafter Minderheitenrechte haben, die er nicht infrage stelle. Auch der Aussage des Staatsoberhauptes, der Veranstaltungsort des Akademikerballs, die Wiener Hofburg, sei für die Demokratie in Österreich kein symbolträchtiger Ort, weil er hier eher an das Parlament denke, ist durchaus zuzustimmen.

Eine andere Frage ist freilich, ob und wie sich Van der Bellen äußern wird, sollte es seitens linksextremer Anti-Akademikerball-Demonstranten zu Ausschreitungen kommen. Bekanntlich haben manche von Van der Bellens grünen Parteifreunden große Probleme, sich glaubhaft vom gewalttätigen Linksextremismus abzugrenzen.

Soweit bekannt ist, will die Linke heuer wieder die Tradition von Anti-Opernball-Demonstrationen aufnehmen. Bei den früheren Anti-Opernball-Demonstrationen war übrigens die nunmehrige First Lady eine regelmäßige Teilnehmerin. Man darf gespannt sein, ob sie, nachdem sie in der Präsidentenloge der Eröffnung des Opernballs beigewohnt hat, sich zu den Demonstranten dazugesellen wird.

 

[Text: A. M.; Bild: Parlamentsdirektion / Johannes Zinner]