Es sind nur mehr neun Monate und die Amtszeit von Heinz Fischer als Österreichischer Bundespräsident ist Geschichte. „Gott sei Dank !“, werden viele sagen, doch die Frage ist: „Wer folgt nach?“ Einer, der immer wieder von den „Vereinigten Gutmenschen Österreichs“ ins Spiel gebracht wird, ist der einstige Grünenchef Alexander Van der Bellen. Kein Wunder, verstand er es doch, sich mit in diesen Kreisen populären Sagern, wie: „Was soll denn schon an ein bisschen Kiffen so schlimm sein?“, Liebkind zu machen.

Auf seine Absicht zu kandidieren angesprochen, erklärte er, schamhaft errötend, dass ihn das Ansinnen ehren würde, er aber noch gar nicht darüber nachgedacht hätte. Allein seine Körpersprache überführt ihn der schamlosen Lüge. Man spürt regelrecht, wie er danach fiebert, wieder einmal ins Zentrum des öffentlichen Interesses rücken zu können.

Aus diesem Grund hat er jetzt auch seine Biographie veröffentlicht. Eine Strategie, die praktisch jeder amerikanische Präsidentschaftskandidat im Wahlkampf eingesetzt hat.

Erschreckend bei Van der Bellen ist aber, dass er die Zeit seiner Abstinenz von der Tagespolitik nicht genutzt hat, um dazuzulernen. Wie einst, verschreibt sich auch jetzt noch der demokratiefeindlichen Ausgrenzung Straches und der FPÖ.

Auf die Frage, ob er eine FPÖ-Regierung angeloben würde, erklärte er anlässlich seiner Buchpräsentation, dass er das nicht täte. Und das mit der Begründung, sinngemäß: „Ich glaube es reicht, wenn man als Bundespräsident kein Vertrauen in die Regierung hätte, und ich habe zu Strache und der FPÖ niemals Vertrauen.“

Seine persönlichen Vorlieben seien ihm gegönnt, als Bundespräsident aber sollte er eigentlich unsere demokratische Verfassung respektieren. Und da steht nun einmal der Wählerwille ganz oben. Die FPÖ wäre ja nur dann in der Regierung, wenn ihr das die Wähler in einer demokratischen Wahl ermöglicht haben, und wenn zumindest noch eine andere, ebenfalls demokratisch gewählte Partei, eine Koalition mit ihr bildet.

Wenn Van der Bellen einen derart zustande gekommenen Regierungsvorschlag ablehnt, stellt er sich selbst außerhalb des Verfassungsbogen und vor allem gegen die Wähler und Bürger.

Wenn ein solches Vorgehen einem jungen politischen Hitzkopf passiert, könnte man, mangels politischer Reife darüber hinwegsehen, einem über 70 Jahre alten Altpolitiker aber, der der oberste Schützer der Verfassung werden will, ist diese rein parteiische Einfältigkeit nicht zu verzeihen.

Die Frage wird allerdings rein hypothetisch bleiben, gelingt es jemandem, Frau Dr. Griess zu einer Kandidatur zu überreden. Diese hätte gewiss die breiteste Unterstützung der Bevölkerung über alle Parteigrenzen hinweg, hat sie ihre Unabhängigkeit und Unbestechlichkeit doch bereits mit der Begutachtung des Hypo-Falles eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

 

W. T.

 

 

(Bild: Parlamentsdirektion/WILKE)