Im Herbst 2010 wurde Van der Bellen von der neuen rot–grünen Wiener Stadtregierung zum „Beauftragten der Stadt Wien für Universitäten und Forschung ernannt“. In dieser Funktion verfügte er über ein jährliches Budget von 210.000 Euro und ließ „Universitätsberichte“ erstellen. Die Funktion des Wiener „Universitätsbeaufragten“ ist ein klassisches Beispiel für einen Versorgungsposten. Denn laut Bundesverfassung fallen die Universitätsagenden in die Kompetenz des Bundes, womit Wien unzuständig ist. Und wie Kritiker bemängelten, waren Van der Bellens Berichte „substanzlos und dürftig“ und die Verbesserungsvorschläge so allgemein gehalten, dass kein wirklicher Umsetzungsbedarf ableitbar wäre. Nachdem er 2012 in den Wiener Gemeinderat zurückkehrt war, saß der Grüne im Ausschuss für Kultur und Wissenschaft, welcher das Zusatzbudget für den Universitätsbeauftragten bestimmte. Und ebendieser Ausschuss kontrollierte auch die Mittelverwendung. Van der Bellen kontrollierte also sich selbst.