Von linker Seite wird gebetsmühlenartig betont, Alexander Van der Bellen repräsentiere das „demokratische“ Österreich. Tatsächlich aber tat sich Van der Bellen im laufenden Wahlkampf mit einem fragwürdigen Demokratieverständnis hervor.
So sagte der frühere Grünen-Chef am 28. Februar in der Zeitung „Österreich“, er würde FPÖ-Chef Strache selbst dann nicht mit der Regierungsbildung beauftragen, wenn die Freiheitlichen bei einer Nationalratswahl die absolute Mehrheit gewinnen. Mit anderen Worten: Wenn ihm das Wahlergebnis nicht passt, dann sollen eben in Österreich instabile politische Verhältnisse herrschen. Eine Amtsführung nach „bestem Wissen und Gewissen“, wie Van der Bellen plakatiert, sieht anders aus.
Aber das war noch nicht alles: Van der Bellen stellte ohne Umschweife klar, dass er in diesem Fall – weil das Wahlergebnis seiner linksgrünen Ideologie fundamental widerspricht – die Entscheidung der Bürger nicht akzeptieren würde. „Er (der Bundespräsident, Anm.) könnte das Parlament auflösen und für Neuwahlen plädieren“, ist Van der Bellen überzeugt. Dem Demokratieverständnis des Herrn Professors zufolge scheint es also „demokratisch“ zu sein, so lange wählen zu lassen, bis das gewünschte Ergebnis herauskommt. Diese Vorgangsweise ist übrigens in der EU, von der Van der Bellen nicht genug haben kann, äußerst beliebt.
Weil sich das Volk ja erdreisten könnte, sich in der Wahlzelle der von den politisch korrekten Moral- und Tugendwächtern getroffenen Anordnung zu widersetzen, soll die Mitsprache der Bürger nach grünem Demokratieverständnis auf ein Minimum reduziert werden.
Und erst recht wird ein Ausbau der direkten Demokratie – etwa nach Schweizer Vorbild – von den Grünen, denen Demokratie und Bürgerbeteiligung angeblich so wichtig ist, entschieden abgelehnt. In diesem Sinne äußerte sich auch Van der Bellen am 14. Jänner in den „Vorarlberger Nachrichten“: „Das kann ich mir auf lokaler und regionaler Ebene vorstellen. Auf nationaler Ebene bin ich zurückhaltend. Wir haben eine repräsentative Demokratie.“ Mit anderen Worten: Volksabstimmungen sind für ihn kein Thema. Das Volk wird anscheinend als unmündig angesehen, weshalb es bevormundet werden soll.