Wer war da nicht verblüfft, als der Wahlkampf Van der Bellens mit Plakaten gestartet wurde, mit denen er plötzlich die Heimat zu entdecken begann? Stimmungsvoll fotografiert, auf der Alm und mit Hund, verlangte er auf dem Plakat, man möge an Österreich glauben.
Und das nicht einmal einen Monat, nachdem er bei einer Rede im Deutschen Bundestag Österreich auf den Status eines Bundeslandes einer zentral regierten EU herabgestuft hatte. „Die Presse“ beschrieb am 6. März 2016 in dem Artikel: „Van der Bellen will die Vereinigten Staaten von Europa“ die von Van der Bellen geäußerte Kritik an der jetzigen EU. „Es handelt sich dabei um Kleinstaaterei“ meinte er, und die Mitgliedstaaten würden nur „ihre eigenen Interessen verfolgen“ und das größere Ganze vernachlässigen.
Das heißt, es ist schlecht, wenn die Interessen Österreichs in der EU verfolgt würden und unsere Regierung sollte nicht mehr Kompetenzen haben als Landeshauptleute in Bundesangelegenheiten. Interessant ist auch, wie er sich die „Heimat“, für die er nun als Kandidat stehen will, künftig vorstellt. Auch damit hielt er in Deutschland bei seiner Rede nicht zurück und sagte wörtlich, es gehe dabei nicht nur um die „indigenen Europäer“, sondern auch etwa um jene Menschen, „deren Wurzeln etwa in der Türkei oder im Iran liegen“… „Und warum soll das nicht auch für Syrer und Iraker gelten, die zu uns kommen?“ Abgesehen von dem Bevölkerungsaustausch, den er damit mittelfristig verlangt, ist ihm scheinbar nicht bewusst, dass mit den importierten kulturellen Eigenheiten der Türken, Iraner, Iraker und Syrer das verloren geht, was Heimat von der immateriellen Seite her ausmacht, die Tradition, die Jahrhunderte lang gewachsene Lebensart, und das den Jahresablauf bestimmende Brauchtum mit seinem Bezug zur christlichen Religion. So zumindest werden es die meisten der jetzigen, „indigenen“ Österreicher verstehen. Aber die müssen ja laut Van der Bellens Grüner Jugend „Scheiße im Hirn“ haben, wenn sie die Heimat „.im Herzen“ tragen. Diese unglaubliche Beleidigung unserer Heimat durch die Parteijugend der Grünen störte ihn nicht näher, und er kommentierte sie in einer Diskussionsrunde im Fernsehen salopp mit folgenden Worten: „Na ja, das sind die Jungen.“
Die Frage ist nur, ob die Exkremente nun auch Eingang in den Kopf des einstigen „Professors“ gefunden haben, nachdem dieser den Begriff Heimat in opportunistischer Weise zu besetzen bemüht ist. Aber dies wohl höchstwahrscheinlich doch nicht, weil wir getrost davon ausgehen können, dass Van der Bellen seine „Heimattümelei“, wie die Grünen patriotische Äußerungen schwarzer oder blauer Politiker im günstigsten Fall gerne bezeichnen, mit dem Wahltag am 22. Mai 2016 wieder ablegen wird.
Die Frage, die sich so manche stellen, ist, ob er dann einer weiteren Empfehlung seiner Grünen Parteijugend Folge leistet und „das Flaggerl fürs Gackerl“ nimmt. Sollte er es zum Schaden für die wirklich patriotischen Österreicher wider Erwarten doch in die Hofburg schaffen, stehen ihm jedenfalls genügend staatliche Symbole in Form von rot–weiß–roten Fahnen zur Verfügung.