Der als „unabhängig“ antretende grüne Präsidentschaftskandidat ist ein erklärter Vertreter der sogenannten „Willkommenskultur“, schließlich seien die als Flüchtlinge ins Land gekommenen Einwanderer doch eine Bereicherung. „Die Syrer sind ganz gut ausgebildete Leute, mit einer Alphabetisierungsrate von 95 Prozent“, schwärmte Van der Bellen am 19. September des Vorjahres in der „Presse“. Anderer Meinung sind freilich Experten wie Ludger Wößmann vom renommierten Münchner Ifo-Institut. Der Bildungsökonom weist darauf hin, dass das durchschnittliche Leistungsniveau syrischer Achtklässler, gemessen an den PISA-Grundkompetenzen, im Mittel um fünf Jahre hinter etwa gleichaltrigen deutschen Schülern liegt. Wenig überraschend kommt Wößmann daher zu dem Schluss, dass die syrischen Schüler „nach internationalen Bildungsstandards in Bezug auf die Beteiligung an einer modernen Gesellschaft als funktionale Analphabeten gelten müssen“.
Doch Van der Bellen lässt sich nicht beirren und meint, die Syrer „werden schon Fuß fassen“. Und um deren Integration zu ermöglichen, müsse man ihnen nur ermöglichen, sich dort anzusiedeln, wo es Verwandte oder Bekannte gibt. Mit anderen Worten: Der frühere Grünen-Chef plädiert für das Entstehen syrischer Parallelgesellschaften in Österreich, bevorzugt in Wien, wohin es die meisten der angeblich „Schutzsuchenden“ zieht. Schließlich lehrt die Erfahrung, dass die Integration von vornherein zum Scheitern verurteilt ist, wenn bestimmte Einwanderergruppen in großer Zahl in einem bestimmten Gebiet leben.
Aber das ist ganz im Sinne Van der Bellens und seiner grünen Gesinnungsgenossen, treten sie doch für „Vielfalt“ ein. Dass die „Communities“, wie die ethnisch abgegrenzte Einwanderergruppen im Polit-Sprech der Grünen genannt werden, teilweise die freiheitlich-demokratische Grundordnung der Republik Österreich ablehnen, wird bei der Verwirklichung der Multikulti-Utopie billigend in Kauf genommen. Und interessanterweise halten sich die Grünen vornehm zurück, wenn es um die zuletzt leider gestiegene Zahl sexueller Übergriffe auf Frauen durch Asylanten geht. Auf „biber.at“ hatte Van der Bellen in Bezug auf die systematischen Übergriffe auf Frauen in Köln in der Silvesternacht nur gemeint: „Warum muss man gleich in eine Anti-Islam-Stimmung verfallen?“. Mit der bewussten Förderung der Masseneinwanderung wird auch das Ziel verfolgt, neue Wählergruppen zu erschließen.
„Ja, wir sind eine Ausländerpartei. Na und?“, sagte Van der Bellen beim Wahlkampfauftakt der Wiener Grünen am 7. September 2010. Und im grünen Parteiprogramm ist zu lesen: „Die Grünen vertreten eine Einwanderungspolitik, die die Interessen, Erwartungen und Hoffnungen potenzieller EinwanderInnen und nicht nur die Interessen des Aufnahmelandes, seiner Wirtschaft und seiner Bevölkerung berücksichtigt.“ Wenig überraschend fordern die Grünen auch bereits seit Jahren eine Aufweichung des Staatsbürgerschaftsgesetzes. „Es braucht einfachere und klarere Regeln, vor allem eine Verkürzung der Verleihungsfrist von zehn auf fünf Jahre“, verlangte Van der Bellen, der heute angeblich für Heimat eintritt, im September 2008.