Er fühlte sich bereits als neues Staatsoberhaupt. Er absolvierte Antrittsbesuche, unter anderem beim noch amtierenden Bundespräsidenten Fischer. Nun wurde er zurückgepfiffen. Van der Bellen ist nicht mehr designierter Bundespräsident und wird am 8. Juli nicht angelobt. Er muss zurück an den Start, in eine neuerliche Wahlrunde gegen Norbert Hofer.

Der Verfassungsgerichtshof hat die Stichwahl vom 22. Mai aufgehoben und eine neuerliche angeordnet. Er hat damit der Anfechtung durch die FPÖ recht gegeben, die Unregelmäßigkeiten vor allem bei der Auszählung der Wahlkarten, bemängelt hatte.

Am Wahlabend war Hofer bekanntlich noch mit mehr als 140.000 Stimmen vor Van der Bellen gelegen. Die Auszählung der Wahlkarten hat dann einen Vorsprung von rund 30.000 Stimmen für Van der Bellen ergeben.

Nun geht es, erstmals in Österreich in eine dritte Runde der Bundespräsidentenwahl.

Norbert Hofer freut sich auf einen, wie er sagte, „kurzen und knackigen Wahlkampf“. Die FPÖ sieht ihre Befürchtungen bestätigt und zollt dem „funktionierenden Rechtsstaat“ Lob.

Glawischnig und die Grünen lamentieren über die Schlampigkeit der Beamten in den Wahlbehörden.

Nachdem am 8. Juli die Amtszeit von Heinz Fischer abläuft, geht bis zur Wiederholung der Stichwahl im Herbst die Staatsführung in die Agenden der drei Nationalratspräsidenten über.

Norbert Hofer kann nun also schon einmal ein bisschen üben, wie es ist, die Republik Österreich zu vertreten.

 

[Text: W. T.; Bild: VdB:Parlamentsdirektion/Wilke Hofer: Cityfoto]