In ihrer Verzweiflung über den chaotischen Zustand der Grünen samt ihrem konfus wirkenden Bundespräsidenten redet sich die Wiener Parteichefin immer tiefer ins politische Abseits. Die mittlerweile zur Lachnummer entartete Aussage des Bundespräsidenten, dass bald alle Frauen bei uns Kopftuch tragen werden müssen, aus Solidarität zu jenen, die dies aus religiösen Gründen tun, klassifizierte sie einmal als Ironie Van der Bellens. Zum anderen wiederum fand sie diese Ungeheuerlichkeit wieder „goldrichtig“.

Unabhängig davon, dass sich die beiden Aussagen widersprechen, ist diese Haltung für kaum jemanden unseres Kulturkreises nachvollziehbar. Da ist noch nicht einmal der Vergleich mit dem Tragen von Judensternen durch dänische Frauen im zweiten Weltkrieg ins Treffen geführt, für den jeder Politiker einer anderen Fraktion aufs heftigste in den Medien gegeißelt worden wäre, ja, wenn nicht gar mit einer Anzeige nach dem Verbotsgesetz hätte rechnen müssen.

So bleiben die Freiheitlichen die einzigen Kritiker, die entsprechende Konsequenzen fordern. Der Wiener FPÖ-Obmann Johann Gudenus fordert Vassilakou auf, zurückzutreten: „Den unerträglichen Kopftuch-Sager samt unfassbarem NS-Vergleich als ‚zutiefst richtig‘ zu bezeichnen, kann nur ihren sofortigen Rücktritt zur Folge haben“, meinte der Freiheitliche und erteilte gleichzeitig der geforderten Unterdrückung von Frauen eine klare Absage.

Allein sein Ruf wird ohne Erfolg bleiben, sieht man doch immer wieder, wie krampfhaft sich Vassilakou versucht, an der Macht zu halten. So negiert sie auch die von ihr selbst initiierte basisdemokratische Entscheidung der Grünen beim Heumarktprojekt. Dies lediglich, um die Grünen in der Wiener Stadtregierung zu halten und um sich an ihren Sessel als Vizebürgermeisterin zu klammern.

 

[Text: W. T.; Bild: Federation European Cyclists'/flickr]