„Die Maria muss endlich Platz machen“, so gärt es in der Parteibasis der Wiener Grünen. Den entsprechenden Antrag für die kommende Landesversammlung in etwas mehr als einer Woche hat ja die Gruppe um den Innenstadtgrünen Alexander Hirschenhauser bereits eingebracht. Aber statt um einen halbwegs ehrenvollen Abgang bemüht zu sein, klammert sich die Koalitionspartnerin von Michael Häupl mit aller Verzweiflung an ihren Sessel im Rathaus.

Dabei ist mit dem Auffliegen der Spendenaffäre um den Verein von Christoph Chorherr noch einmal Salz in die ohnehin schon dicke Suppe gekommen. Gegen Chorherr und den Heumarkt-Profiteur Tojner wurde seitens einer Rechtsanwaltskanzlei aus dem Umfeld der Liste Pilz Anzeige erstattet.

Die Vorwürfe haben es in sich: Verdacht auf Geldwäsche, Missbrauch der Amtsgewalt, Vorteilsannahme oder Bestechung.

Entgegen der von Vassilakou durchgeführten Mitgliederabstimmung hatten sie und ihre Grünen letzten Endes für das Heumarkt-Hochhaus gestimmt. Die Wiener Innenstadt wird damit vermutlich den Status eines Weltkulturerbes verlieren.

Der für die Vergabe an den Investor Tojna verantwortlichen Stadträtin Vassilakou muss der Verein ihres Parteigenossen Chorherr bekannt gewesen sein, schließlich hatte sie einer Förderung der Gemeinde Wien in der Höhe von 200.000 Euro an den Verein seinerzeit zugestimmt. Tojner soll eine halbe Million dafür locker gemacht haben.

Das alles würde die grüne Basis wahrscheinlich kaum stören, schließlich soll das Geld ja einem afrikanischen Schulprojekt zugute kommen.

Nicht verzeihen wollen die auf ihre basisdemokratische Gesinnung pochenden GegnerInnen Vassilakous aber das Übergehen der Mitgliederabstimmung durch ihre Chefin.

 

[Text: W. T.; Bild: GuentherZ/wikimedia.org]