Was auf den ersten Blick so schön aussieht und ein Schritt in Richtung Integration sein soll, ist in Wirklichkeit nichts als beinharter Verdrängungskampf am Arbeitsmarkt. Die wenig intelligente Forderung der Arbeiterkämmerer und von ÖGB-Chef Erich Foglar wird natürlich seitens der Wirtschaftskammer begrüßt. Denn die Mindestsicherung als „Integrationshilfe“ würde so manchen Arbeitsplatz erheblich billiger machen. Kosten für mangelnde Qualifikationen oder Sprachkenntnisse sollen damit abgefedert werden.

Doch was sind das für Arbeitsplätze bei denen man nicht Deutsch können muss oder auch sonst wenig Kenntnisse braucht? Es sind jene Jobs, die derzeit von wenig leistungsstarken Inländern oder Fremdarbeitern ausgefüllt werden. Das heißt vielleicht, es handelt sich um Ausländer, die brav alle Hürden als Gastarbeiter genommen haben, um hier ihr Auskommen zu haben. Diese werden dann rasch auf der Straße sitzen, wenn die Asylos plötzlich dem Unternehmen nur einen Bruchteil an Kosten verursachen. Sie, die Fremdarbeiter, werden dann ebenso, wie so mancher Inländer, die Arbeitslosenstatistik in die Höhe treiben. Die daraus resultierenden Kosten werden dann auch sicher nicht den Asylkosten zugerechnet werden, aber das interessiert die roten Gewerkschafter und die schwarzen Wirtschaftskämmerer natürlich nicht. Der Schein beleibt gewahrt und man kann zeigen wie „toll“ die Flüchtlingsintegration funktioniert.

Dass es sich hierbei um eine widerliche Diskriminierung von Inländern oder nicht als Asylwerber gekommenen Ausländern handelt, kommt den Apparatschiks erst gar nicht in den Sinn. Fakt ist, dass sich wieder so mancher Wirtschaftsboss die Hände reiben kann, dem das Schicksal seiner alteingesessenen Arbeitnehmer egal ist. Die Linke dient wieder einmal als nützlicher Idiot für das Kapital. Dass aber auf Dauer die Alimentierung von Arbeitsplätzen nicht funktionieren kann und die wahren Verhältnisse im Bezug auf die Leistungsfähigkeit der Asylanten nur verschleiert werden, sollte man nicht vergessen.

 

[Text: H. W.; Bild: Thomas Lehmann/SPÖ Presse und Kommunikation]