Welche Auswüchse die politische Korrektheit in Großbritannien mittlerweile angenommen hat, zeigt ein Fall aus Schottland. Laut Medienberichten führt die Universität von Edinburgh Untersuchungen gegen den 21-jährigen Jusstudenten Robbie Travers, weil dieser angeblich ein „Hassverbrechen“ begangen haben soll.

Das „Vergehen“ Travers war, dass er im April nach einem US-Luftangriff auf ein IS-Bollwerk in Afghanistan auf Facebook gepostet hatte: „Hervorragende Nachrichten, dass die US-Regierung und Trump einen zielgenauen Schlag gegen ein IS-Tunnelnetzwerk in Afghanistan anordneten. Ich bin froh, dass wir diese Barbaren einen Schritt näher zum Sammeln ihrer 72 Jungfrauen bringen konnten.“ Mohammedaner glauben, dass sogenannte Märtyrer, die im Kampf für den Islam sterben, im Paradies mit 72 Jungfrauen belohnt werden.

Travers‘ zweifelsohne provokante Ausdrucksweise rief die Geschichtestudentin Esme Allman, dem Namen zufolge offenbar eine Mohammedanerin, auf den Plan. Sie warf Travers „offensichtliche Islamophobie vor: „Ich glaube nicht nur, dass dieses Verhalten ein Verstoß gegen die Verhaltensregeln für Studenten ist, sondern dass seine Entscheidung auch gegen die BME Liberation Group der Universität Edinburgh gerichtet ist, und weil er sich dafür entschieden hat, bringt er Minderheiten-Studenten in Gefahr und in einem Zustand von Panik und Angst, während sie die Universität Edinburgh besuchen.“ Die „BME Liberation Group“ ist eine Vereinigung zur Durchsetzung der Interessen verschiedener Minderheiten.

Travers weist die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück und kritisiert seinerseits, dass er von einer Gruppe Studenten unfair behandelt werde, die nicht darauf vorbereitet sind, kontroverse Ansichten, denen sie nicht zustimmen, zu hören. Kontroverse Diskussion zu führen, scheint auch nicht das Motto der Universität der schottischen Hauptstadt zu sein. Vielmehr scheint diese Bildungseinrichtung ein Kindergarten für (junge) Erwachsene zu sein. Denn ein Vertreter der Universität erklärte, „wir sind allen Mitgliedern der Universitätsgemeinschaft gegenüber verpflichtet, eine Umgebung zu schaffen, in der jeder mit Würde und Respekt behandelt wird und unser Verhaltenskatalog für Studenten setzt klare Erwartungen bezüglich des Benehmens“.

 

[Text: B. T.; Bild: Neil Turner/flickr]