Noch im Dezember verkündete Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) im Streit über die Neuregelung der Finanzbeziehungen zwischen Bund und Ländern, bei der die Umverteilung der Finanzen zwischen reichen und armen Bundesländern geändert werden sollen: „Ich bin optimistisch, dass wir in diesem Jahr die Verschuldung Berlins erstmals seit Jahren unter die 60-Milliarden-Euro-Grenze drücken. Das ist ein wichtiges Symbol. Noch zu Beginn der aktuellen Wahlperiode hatte Berlin eine Verschuldung von 62,9 Milliarden Euro. Das Land hat also in vier Jahren drei Milliarden Euro Schulden abgebaut.“

Nun scheint sich das hochverschuldete Land neue und Luxusausgaben leisten zu wollen. Die Berliner Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres (SPD) plant, die Studentenwerke geschlechterneutral in „Studierendenwerke“ umzubenennen. Damit, so die Wissenschaftssenatorin, entspräche man dem Wunsch der Landeskonferenz der Frauenbeauftragten und von Studierenden. Denn damit, so heißt es in dem Entwurf zur Gesetzesänderung, sorge man dafür, dass beide Geschlechter auch in der Verwaltung sprachlich gleich zu behandeln seien.

Kosten wird der Genderwahnsinn laut Scheeres allerdings rund 800.000 Euro, hauptsächlich „Materialkosten (Änderung von Schildern (Wegeleitsystem), Beschriftungen (Wohnheime, Mensen etc.), Werbematerialien, Geschäftspapiere, Visitenkarten, Stempel) und Personalkosten“, und wegen der Änderung des Logos müsste auch die Fassade eines Wohnheims neu gestrichen werden.

Während die Grünen der Geldverschwendung in Sachen Gender naturgemäß positiv gegenüberstehen und diese begrüßen, will der Landesrechnungshof die Kosten erst einmal prüfen. Kommt dabei heraus, dass diese wirklich so hoch ausfielen, sieht die CDU Gesprächsbedarf mit dem Koalitionspartner. „Mehrere Hunderttausend Euro für eine Umbenennung auszugeben, erscheint mir nicht sinnvoll“, sagt Stefan Schlede von den Christdemokraten.

 

[Text: M. H.; Bild: Studentenwerk Berlin/wikimedia.org]