Man sollte der italienischen Linken geradezu einen Orden verleihen, wie zauberhaft schnell sie vermeintliche Skandale aus dem Boden zu stampfen vermag: Da muten Tal Silberstein und Christian Kern geradezu als Lehrlinge der dritten Stunde an. Matteo Salvini, der Innenminister des schönen Italiens, hätte nämlich angeblich Mussolini zitiert – meint zumindest das mediale Establishment und stimmt freudig ein in den oppositionellen Klagechor – nach dem Motto: Ein Schelm, der Gutes dabei denkt.

Recherchiert man allerdings fünf Minuten lang – was unsere Journalisten offenbar verlernt haben dürften - , so stellt man ernüchtert fest, dass nicht etwa Mussolini Urheber des schönen Bonmonts „Viel Feind, viel Ehr“ ist, sondern Georg von Frundsberg, ein habsburgischer Landsknechtführer, den die „Gnade der frühen Geburt“ (1473-1528) wohl kaum an Mussolinis Diktum Anleihe nehmen lässt.

Wer allerdings an diesem gefährlichen Zitat tatsächlich mutwillig Anleihe nahm, war die „Süddeutsche Zeitung“, als sie am 2. September 2009 titelte: „Viel Feind' – viel Ehr. Höhen und Tiefen im Leben des Bill Clinton“. Oder die „Zeit“: „Viel Feind, viel Ehr: Russlands Präsident Putin träumt von alter Stärke.“

Dafür, dass diese beiden dem spätlinken Zeitgeist verpflichteten Magazine offenbar im selben ideologischen Sammelbecken wie Italiens Vize-Ministerpräsident angesiedelte sind, verwundert die harmlose, aufsehenslose Berichterstattung seinerzeit. Verstecken unsere guten, alten, antifaschistischen Magazine etwa subkutan rechtsextreme Botschaften in ihren Texten? Dann wäre das ja geradezu ein Fall für den Verfassungsschutz! Hoffentlich nimmt nur nicht die Staatsanwaltschaft Graz von diesen verhetzenden Textpassagen Notiz …

[Text: A.L.; Bild: Wikipedia.org]