Die dänische Integrationsministerin Inger Stojberg ist für ihre konsequente Haltung gegenüber Einwanderern bekannt. In einem Gastbeitrag für das Boulevardblatt BT, den sie auch auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichte, machte Stojberg nun ihrem Ärger Lauf. So ist die von der rechtsliberalen Venstre-Partei gestellte Ministerin überzeugt, dass eine „bedeutende Gruppe“ jener Einwanderer, die als Flüchtlinge nach Dänemark kamen, „schummelt, lügt und unser Vertrauen missbraucht“.
Als Beispiel nannte Stojberg die Facebook-Seite „Help Syriens to Learn“. Dort finden sogenannte Flüchtlinge die Antworten auf Tests, die sie in Dänemark absolvieren müssen. Das kann ihnen, wie Stojberg schreibt, „helfen, sich durch einen Test zu schummeln“. Die Ministerin kündigte deshalb an, dass als ein Ergebnis dieses Betrugs die Sicherheit der Tests erhöht wird. Als weiteres Argument für eine Verschärfung der Tests nannte sie den Umstand, dass Einwanderer eine Zeit lang als Steuergeldern bezahlte Dolmetscher zur Seite gestellt bekommen. In Dänemark hatten 2017 rund 3.000 Personen um Asyl angesucht, und in den vergangenen Jahren waren es insgesamt rund 30.000 gewesen. Syrer, Afghanen und Eritreer stellen die größten Gruppen der Asylwerber.
Wie in anderen europäischen Ländern ist auch in Dänemark der systematische Asylbetrug durch angeblich Minderjährige ein großes Problem. „Wir sehen auch junge Leute die unter 18 Jahre alt sind und die lügen, um eine bessere Behandlung und mehr Unterstützungsleistungen bekommen“, betont Stojberg. Allerdings ergeben Tests zur Altersbestimmung, dass zwei Drittel der „Minderjährigen“ über ihr tatsächliches Alter gelogen haben. Der Schaden für die dänischen Steuerzahler ist dabei enorm. So kostet die Betreuung eines unbegleiteten Minderjährigen den dänischen Staat der Integrationsministerin zufolge mehr als eine halbe Million Kronen (rund 67.000 Euro).

[Text: B.T.; Bild: Arno Mikkor, Aron Urb / Creative Commons Attribution 2.0 Generic]