Am Mittwoch wurde Oleg Kalaschnikow tot in seiner Wohnung in Kiew aufgefunden. Der frühere Parlamentsabgeordnete und Gefolgsmann des im Februar 2014 gestürzten ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch war erschossen worden. Zudem engagierte sich Kalaschnikow in der Anti-Maidan-Bewegung, die sich weigert, das nach dem Staatsstreich installierte prowestliche Regime anzuerkennen. Somit ist nicht ausgeschlossen, dass die ukrainische Regierung einen Gegner loswerden wollte.

Anton Geraschenko, ein Berater des Innenministeriums kündigte an, der Tod Kalaschnikows werde gründlich untersucht. Bezüglich der Ermittlungen sagte Geraschenko, ein mögliches Motiv für Kalaschnikows Tod könnte in seiner „politischen Aktivität“, verbunden mit seiner „Teilnahme an der Organisation und Finanzierung der konterrevolutionären Vorfälle in der Ukraine“ liegen.

Die mutmaßliche Ermordung Kalaschnikows reiht sich ein in eine Reihe mysteriöser Todesfälle von Vertretern der früheren Janukowitsch-Regierung. Meist wird versucht, die mutmaßlichen Morde als „Selbstmorde“ darzustellen. So wurde am 29. Jänner Alexej Kolesnik, ein ehemaliger Vorsitzender der Charkower Regionalregierung, erhängt aufgefunden. Am 28. Februar soll Michail Tschechetow, ein hochrangiges Mitglied von Janukowitschs Partei der Regionen, aus einem Fenster seiner Wohnung im 17. Stockwerk eines Hochhauses in Kiew gesprungen sein.

 

B. T.

 

 

(Bild: Pohorynsky/wikimedia.org)