Einmal mehr nimmt sich Viktor Orbán in Sachen illegaler Masseneinwanderung kein Blatt vor dem Mund. In einem Interview mit der „Bild“-Zeitung sagte Ungarns Ministerpräsident über die Asylforderer aus dem Nahen Osten: „Wir betrachten diese Menschen nicht als muslimische Flüchtlinge. Wir betrachten sie als muslimische Invasoren.“

Außerdem wies Orbán darauf hin, dass die sogenannten Flüchtlinge, um von Syrien nach Ungarn zu gelangen, vier Länder durchquerten und dabei illegal Grenzen durchbrochen haben. „Das war keine Flüchtlingswelle, das war eine Invasion“, betonte Orbán. Anstatt fordernd aufzutreten, erwartet sich der Politiker ein respekt- und demutsvolles Verhalten der Neuankömmlinge: „Wenn jemand zu Ihnen kommen möchte in Ihr Haus – dann klopft er an die Tür und fragt: Können wir reinkommen, können wir bleiben?“

Für den nationalkonservativen Regierungschef steht fest, dass die angeblich „Schutzsuchenden“ auf ihrem Weg genug reiche und stabile Länder durchquerten, in denen sie bleiben konnten. „Sie rennen also dort bereits nicht um ihr Leben“, stellte Orbán klar. Überdies handle es sich bei den Einwanderern um reine Wirtschaftsmigranten, „die ein besseres Leben suchen“.

Wenig überraschend sprach sich Orbán gegen eine Zwangsverteilung der illegalen Einwanderer durch die EU aus. Für den ungarischen Regierungschef besteht die Lösung des Problems nicht darin, „Menschen, die sich illegal in der EU aufhalten, auf dem ganzen Gebiet der EU zu verteilen“. Und auf die Frage, wie es sein kann, dass die Bundesrepublik Deutschland zwei Millionen Asylforderer aufnehmen kann, aber Ungarn nicht einmal 2.000, gab Orbán eine klare Antwort: „Der Unterschied ist: Sie wollten die Migranten. Und wir nicht.“

 

[Text: B. T.; Bild: ZZ-Archiv]