Im diesjährigen Wahlkampf ist die Anzahl der TV-Duelle der Spitzenkandidaten geradezu inflationär. Umso interessanter war deshalb die Elefantenrunde im Privatsender Puls 4, die den Zuschauern einen direkten Vergleich der Spitzenkandidaten bot. Dabei fiel dem langjährigen politischen Beobachter vor allem eines auf: Die Veränderung des freiheitlichen Bundesparteiobmannes Heinz-Christian Strache vom Fundamentaloppositionellen zum Staatsmann.

So überzeugte Strache, der der längstdienende Parteiobmann unter den Diskutanten war, klar gegenüber Bundeskanzler Christian Kern, der laut SPÖ-internen Angaben empfindlich sei und ein „Glaskinn“ habe, gegenüber den neuen türkisen ÖVP-Chef und Nachwuchs-Selbstdarsteller Sebastian Kurz, den verhaltensoriginellen Neos-Obmann Matthias Strolz, die „von Hass zerfressene“ Grünen-Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek und den Altlinken Peter Pilz.

Dem politischen Reifeprozess Straches entspricht übrigens auch einer der Freiheitlichen Partei insgesamt. Nachdem 2005, als die FPÖ nach Intrigen, Verrat und der orangen Abspaltung schwere Zeiten durchmachen musste, stand bekanntlich Fundamentalopposition im Vordergrund. Mittlerweile aber sind die Freiheitlichen längst eine staatstragende Partei, die in den kommenden Jahren in unserer Republik eine verantwortungsvolle Rolle spielen wird: Entweder weiterhin in der Opposition oder aber in der Regierung, um endlich die zahlreichen Missstände in Österreich zu beseitigen.

 

[Text: B. T.; Bild: Screenshot Puls 4]