Auch für die diesjährige Jahreskonferenz der Property and Freedom Society in Bodrum in der Westtürkei konnte Hausherr Hans-Hermann Hoppe, einer der wichtigsten lebenden Vertreter der Österreichischen Schule der Nationalökonomie, wieder ein beachtliches Aufgebot von hochinteressanten Referenten gewinnen, die ihre Standpunkte zu den unterschiedlichsten Themen präsentierten. Zu Wort kamen u. a. Ökonomen, Philosophen, Rechtsanwälte, Historiker, ein Arzt und ein Architekt. Das Spektrum ihrer Themen reichte von Betrachtungen antiker Kulturen, bis zum modernen Vertragsrecht und von der Geschichte des Unternehmertums bis zu Einblicken ins „Narrenasyl“ des EU-Parlaments. Insgesamt 15 Referate wurden den rund 80, aus aller Welt angereisten Teilnehmern geboten.

Hoppe selbst wählte für seinen die Konferenz abschließenden Vortrag ein im Zuge des zurückliegenden US-Präsidentschaftswahlkampfes hochaktuell gewordenes Thema: Libertarianismus und die Alt-Right.

Die Erläuterung der zentralen libertären Prinzipien stand am Beginn seiner Ausführungen: Konfliktvermeidung bei konkurrierenden Interessen an knappen Gütern stehen demnach im Vordergrund. Führende Köpfe der amerikanischen Alt-Right-Bewegung, wie Paul Gottfried, Jared Taylor und Peter Brimelow, oder Sean Gabb aus England zeigen nicht nur weitgehende Übereinstimmung mit libertären Idealen, sondern waren darüber hinaus auch schon mehrfach als Besucher oder Vortragende bei der PFS gerne gesehene Gäste.

Zentrales Anliegen Hoppes war es diesmal nicht, die angestrebten Ziele des Libertarianismus zu diskutieren, sondern das große Problem des Übergangs vom Status quo in eine libertäre Gesellschaft zu beleuchten.

Hierbei ortet er bei den Libertären generell einen zu theoretischen und häufig nur an Idealbildern orientierten Zugang. So kann etwa kein Zweifel daran bestehen, dass (im Hinblick auf die laufende Völkerwanderung) keine Rede vom „gleichen Recht für alle“ sein kann, wenn es um den Anspruch Fremder auf Aufenthalt in bereits besiedelten Gebieten geht. Selbstverständlich gilt auch hier der Grundsatz „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“, womit der Freizügigkeit logische Grenzen gesetzt sind und denen, die schon länger hier leben, Vorrang gebührt.

 

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[Bild: Henrique Pinto/flickr]