Thilo Sarrazin hat in einem Interview mit der deutschen Wochenzeitung „Die Zeit“ die derzeitige Berichterstattung zur Asylkrise scharf kritisiert, und gemeint, dass durch die emotionale und völlig einseitige Berichterstattung in den Medien „ein gewaltiger Meinungsdruck in dieser Frage hergestellt“ wird. Sarrazin weiter: „Die allermeisten trauen sich vermutlich gar nicht mehr, ihre Ängste und Meinungen offen auszusprechen.“ Es gebe in der Gesellschaft eine große unterdrückte Wut auf die „konzeptionslose und verfehlte Regierungspolitik in Sachen Einwanderung und Flüchtlinge.“

Der mehrfache Bestseller-Autor Sarrazin meinte unter anderem, Einwanderer aus dem Balkan ohne Asylverfahren sofort wieder abzuschieben. „Das Asylrecht darf nur für Menschen gelten, die politisch verfolgt sind oder vor einem Völkermord fliehen, nicht aber für jeden, der in einer Diktatur oder einer unvollkommenen Demokratie in irgendeiner Form unterdrückt wird“. Sarrazin zeigt auch auf, dass „ein Asylrecht wie das gegenwärtige bedeutet, dass im Grunde 80 Prozent der Weltbevölkerung wegen ihrer heimatlichen Verhältnisse bei uns sein können.“

 

F.-W. M.

 

 

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