Der Knicks der Außenministerin beim Hochzeitstänzchen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin wird von linksgedrallten und politisch korrekten Kritikern der österreichischen Mitterechtsregierung sowohl im Inland als auch auf der internationalen Bühne als Unterwerfungsgeste bezeichnet. Das Bild, auf dem Karin Kneissl vor dem Kremlherrn zu Boden sinkt, wird demgemäß weltweit als Beleg angeführt. So heißt es, die Ratsvorsitzende der EU sei in einer Demutsgeste vor dem russischen Despoten.

Daher hat Vizekanzler HC Strache völlig recht, wenn er auf die historisch gewachsenen Konventionen und auf den legendären Freiherrn von Knigge verweist. Auch die Bezugnahme auf den zeitgeistigen Benimm-Papst Elmayer ist durchaus ein legitimer Beleg für Straches Argumentation. Der Knicks einer Dame am Ende eines Tanzes entspricht genauso der Konvention wie die Verbeugung des Herrn oder dem quer durch Österreich sogar von politisch korrekten Politikern praktizierten Handkuss.

Wenn also bei der Hochzeit eines sich selbst zum konservativen Lager zählenden Paares Verbeugung, Knicks und Handkuss geübt werden, entspricht dies den historisch gewachsenen gutbürgerlichen Traditionen. Dass die politische Linke davon nichts hält, ist sattsam bekannt. Dass sie nun aber den Knicks zur politisch korrekten Unterverwerfungsgeste uminterpretieren, ist allerdings lächerlich.

[Text: A.M.; Bild: Wikipedia.org]