„Was siehst Du den Splitter im Auge Deines Bruders, aber den Balken im eigenen Auge bemerkst Du nicht“, heißt es in der Bibel. Und um gleich beim Thema zu bleiben, sprechen wir über unsere linken Redakteure und Nachrichtenmoderatoren, welche sich unablässig darüber beklagen, wie unseriös es sei, dass Politiker wie US-Präsident Donald Trump oder Vizekanzler Strache via Twitter und Facebook mit ihren Wählern kommunizieren. Natürlich ist es lediglich verurteilenswert, wenn rechte Politiker bzw. Redakteure die sozialen Medien im Internet erfolgreich nutzen. Von Obamas Kampagnen 2008 und 2012 war die Linke­ derart begeistert, dass viele Redakteure selbst begonnen haben, auf Twitter und Facebook in die Tasten zu hauen.
So auch der ORF-Nachrichtenmoderator Roman Rafreider. Qualifikation: Feschak. Hobby: Schlechte Witze. Jüngst postete Rafreider den Witz: „Schade, dass Jesus nicht mit einem Feuerlöscher erschlagen wurde. Einen Feuerlöscher braucht man in jedem Büro.“ Dies war sein intellektueller Beitrag zur Kruzifix-Debatte in Bayern. Hätte er den Mut aufgebracht, einen ähnlichen Witz über Mohammed zu machen, hätte er sich in eine Reihe gestellt mit dem niederländischen Filmemacher Theo van Gogh, der Redaktion des französischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“, den Karikaturisten der dänischen Zeitung „Jyllands-Posten“ oder dem niederländischen Politiker Geert Wilders. Diese Personen bzw. Träger von Medien haben gemeinsam, dass sie nach ihrer Kritik am Islam bzw. am Propheten Mohammed, sei es in satirischer oder in ernst gemeinter Form, Opfer von Attentaten bzw. Attentatsversuchen wurden. Teilweise wurden von Islamisten sogar Kopfgelder ausgesetzt. Wer überlebte,
befindet sich aktuell unter Polizei­schutz.
Aber Herr Rafreider hat lediglich einen Witz über Jesus gemacht. Er sah sich daher nur einem verbalen Feuer ausgesetzt und keinem Kugelregen aus einer Kalaschnikow. Vielleicht begreift Herr Rafreider jetzt die Vorzüge einer christlich geprägten­ Kultur.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema in der neuen Ausgabe der ZurZeit, entweder hier als E-Paper, oder ab Freitag in Ihrem Kiosk.