Hunderte Milliarden sind bereits über die Europäischen Einrichtungen, wie ESM oder die Europäische Zentralbank in die maroden Kreditinstitute geflossen. Damit sollte einerseits verhindert werden, dass im Zuge der von der amerikanischen Immobilienkrise und dem Zusammenbruch von Lehman Brothers weltweit ausgebrochenen Finanzkrise auch europäische Banken in die Insolvenz schlitterten. Andererseits sollte mit einer Erhöhung der Geldmenge über den Bankenapparat die permanente Konjunkturflaute bekämpft und über häufiger vergebene Kredite die Wirtschaft wieder in Schwung gebracht werden.

Nun erwartet Philipp Hildebrand, der Vizepräsident des Finanzkonzerns „Blackrock“, eine zweite Welle der Finanzkrise. Europa habe das Bankenproblem unter den Teppich gekehrt und es verabsäumt seine Banken zu sanieren. Besonders italienische Banken seien extrem gefährdet und müssten rekapitalisiert werden. Andernfalls drohen Bankinsolvenzen, die einen Dominoeffekt auslösen könnten. Die angeblich größere Bedrohung für den Steuerzahler als weitere Steuermilliarden für die Banken.

Hildebrand weiß wovon er spricht. Sein Konzern verwaltet 4,7 Billionen Dollar. Zwei Drittel davon sind Pensionsgelder, bei einem Bankenzusammenbruch würden also vor allem Rentner und Sparer leiden.

Die beste Lösung auf lange Sicht wären Teilverstaatlichungen von Banken, die, so wie es in der Schweiz und den USA der Fall war, auch wieder zu einem Rückfluss an den Staat führen könnten.

Bisher hätten die EU-Politiker kläglich versagt, meint Hildebrand und sie hätten jede ökonomische Legitimation verloren. Seit 2008 lebten in der EU um acht Millionen mehr Menschen an der Armutsgrenze. Der Ruf nach mehr Integration sei kompletter Unsinn, was Europa brauche, wäre mehr Wachstum.

Tatsächlich ist in den letzten acht Jahren die Wirtschaft real lediglich um kümmerliche 0,5 Prozent gewachsen. Und das nicht jährlich, sondern kumulativ über alle acht Jahre.

 

 

[Text: W. T.; Bild: International Students’ Committee/wikimedia.org]