Niemand verliert gerne. Und wenn dann doch etwas danebengeht, wird die Schuld gerne bei anderen gesucht. Das trifft auf die SPÖ und ihren Vorsitzenden, den Noch-Bundeskanzler Christian Kern, zu. Im Rahmen der Parteiklausur, bei der die Genossen die Ursachen für die Niederlage bei der Nationalratswahl am 15. Oktober erforschten und sich auf die harte Oppositionsbank vorbereiteten, erklärte Kern: Der im Jänner mit großem Pomp und Trara vorgestellte „Plan A“ habe „mehr Inhalt, als einem durchschnittlichen Wähler verdaubar ist“.

Und der SPÖ-Chef legte bei seiner Wählerbeschimpfung noch nach, indem er erklärte, „die gesamte Breite des Plan A ist für viele Menschen nicht überschaubar“. Oder anders und vereinfacht ausgedrückt: Nach der Meinung Kerns und seiner Genossen ist der Durchschnittsbürger schlichtweg zu dumm, um zu begreifen, welche Wohltaten die Sozialdemokraten Land und Leuten angedeihen lassen wollen.

Offen bleibt nur, warum Kern Medienberichten zufolge am Plan A, der weiter Grundlage für die Parteiarbeit sein soll, festhalten will. Wenn nämlich das Wahlvolk offenkundig zu dumm ist, die roten Versprechen entsprechend zu würdigen, wie soll es dann er SPÖ gelingen, bei der nächsten Nationalratswahl wieder zur Nr. 1 zu werden, wie Kern angekündigt hat?

 

[Text: B. T.; Bild: SPÖ/Zach-Kiesling]