Trotz des Zuwachses der Kommunisten auf skandalöse 20 Prozent sind bei der Grazer Gemeinderatswahl am Sonntag die drei Linksparteien, also, KPÖ, SPÖ und Grüne, zusammen knapp unter 40 Prozent der abgegebenen Stimmen geblieben. Die drei Mitte-rechts-Parteien ÖVP, FPÖ und Neos – sofern ÖVP und Neos als Parteien rechts der Mitte bezeichnet werden können – kommen auf eine satte „bürgerliche Mehrheit“ von 60 Prozent.

Bezeichnend ist die „Volatilität“ der Wähler, wie die Bereitschaft zum Wechselwählertum mit einem aus der Finanzwelt stammenden Begriff neuerdings bezeichnet wird. Besonders deutlich wird das am Beispiel der ÖVP. Am Sonntag kam die Volkspartei auf 38 Prozent, während die Schwarzen in Graz bei der Landtagswahl 2015 gerade einmal 24 Prozent erzielten und bei der Nationalratswahl 2013 gar nur magere 17 Prozent erreichten. Bürgermeister Siegfried Nagl versteht es offenbar, auch freiheitliche Positionen in Sachen Ausländerpolitik zu übernehmen, während die Kommunisten der FPÖ in Sachen Sozialpolitik Wähler aus der Arbeiterschaft abwarben.

 

[Text: A. M.; Bild: Taxiarchos228/wikimedia.org]