Gewiss war es eine der Hauptforderungen der FPÖ, das Handelsabkommen zwischen der EU und Kanada – CETA – einer Volksabstimmung zu zuführen. Und bei den Regierungsverhandlungen ist von dieser Forderung nicht viel übrig geblieben, es gehörte offenbar zu den roten Linien der ÖVP, dass Österreich dem CETA-Abkommen zustimmen müsse. Dies ist allerdings nunmehr seit zwei Monaten bekannt, thematisiert wurde es allerdings erst jetzt – und zwar in der sonntäglichen Großkolumne der größten Tageszeitung des Landes vom Kolumnisten Tassilo Wallentin, der den Freiheitlichen und Heinz-Christian Strache eine veritable „Watschn“ verpasste. Sie würden Wählerverrat begehen und seien in der Sache elendiglich umgefallen.

Nun war Tassilo Wallentin allen Gerüchten zufolge in den vergangenen Tagen und Wochen einer der freiheitlichen Kandidaten für einen Sitz im Verfassungsgericht der Republik. Dabei soll es allerdings massiven Widerstand seitens der ÖVP und auch seitens des Bundespräsidenten gegeben haben, letzteres im Übrigen mit hanebücheneren Argumenten, wonach Wallentin es gewagt habe, gegen Genderismus, die EU und die Massenzuwanderung zu polemisieren. Gerade dies hätte Wallentin wahrscheinlich in den Augen vieler freiheitlicher Wähler als Höchstrichter qualifiziert. Nachdem er nun allerdings seine Chancenlosigkeit einsehen musste, zog er angeblich seine Bewerbung zurück, um just in diesem Augenblick eine massive Attacke auf die Freiheitlichen zu starten. Ob der Kolumnist da das Gefühl haben musste, dass ihn diese nicht entschieden genug bei seiner Bewerbung unterstützt haben? Die Frage bleibt offen…

[Text: A.M.; Bild: Ausriss „Kronen Zeitung“, 18.02.2018]