Die IS-Terroristen, die nach Europa kommen, sind weitaus gefährlicher als bisher gedacht. So warnt die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), dass IS-Fanatiker auch außerhalb Syriens Anschläge mit Giftgas verüben können, weil sie gelernt haben, wie diese chemischen Kampfstoffe hergestellt werden. „Es scheint, dass eine der Gefahren, denen wir gegenüberstehen und auf die wir eine Antwort haben müssen, darin besteht, dass, seit der Islamische Staat gelernt hat, wie man Senfgas herstellt, einer seiner Leute in eines unserer Länder zurückkehrt und bei der Durchführung eines solchen Anschlags hilft“, sagte Philippe Denier von der OPCW bei einer Konferenz in Paris.

Senfgas ist ein starkes Hautgift und krebserregend. Kommt es zu großflächigen Verätzungen mit diesem chemischen Kampfstoff, sind meist Amputationen von Gliedmaßen unausweichlich. Werden die Dämpfe eingeatmet, werden die Bronchien zerstört.

Zwei Angriffe des IS mit Senfgas sind bereits bestätigt. Anfang November ersuchte Russland die OPCW, die 2013 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, um die Entsendung von Experten in die umkämpfte syrische Stadt Aleppo, weil es Hinweise gäbe, dass die Islam-Terroristen Senfgas gegen Zivilisten eingesetzt hätten. „Wir ersuchen das Leitungsgremium der OPCW zu überlegen, seine Experten so rasch wie möglich in das ‚1070 Gebiet‘ von Aleppo zu entsenden, um Fakten für die Verwendung chemischer Wirkstoffe als Waffen zu finden“, sagte Generalmajor Igor Konaschenkow, der Sprecher des russischen Außenministeriums.

 

[Text: B. T.; Bild: US Government/wikimedia.org]