In einer jüngst durchgeführten Studie über das Österreichbild der Jugendlichen und identitätsstiftende Ereignisse sowie Persönlichkeiten kamen einige interessante Besonderheiten ans Tageslicht der veröffentlichten Meinung.
So stand beispielsweise die AIDS-infizierte Conchita Wurst ganz oben auf der Liste der bedeutenden Österreicherinnen. Dies ist vermutlich dem Umstand geschuldet, dass die Studienautoren darauf vergessen haben, neben „Österreicher“ und „Österreicherinnen­“ eine weitere Kategorie hinzuzufügen.
Als wichtige Geschehnisse wurden der Eurovision Song Contest in Wien sowie die Austragung der Fußball-EM in Österreich angeführt. Der Zweite Weltkrieg wurde als weiteres bedeutendes Ereignis nach 1945 eingestuft. Jetzt lässt sich darüber streiten, ob damit die Auswirkungen des Krieges gemeint sind, dessen Nachwehen natürlich noch viele Jahrzehnte lang zu spüren waren, oder ob unsere Jugend in Bezug auf Jahreszahlen nicht sonderlich sattelfest ist.
Schwarzenegger und Fußball muss man gelten lassen, aber bei Conchita Wurst und Song Contest hört sich der Spaß dann auf.
Es muss nicht immer der Mozartkugel-Lipizzaner-Kitsch bemüht werden, um wiederum einen ehemaligen österreichischen Bundeskanzler zu bemühen, um das so genannte Österreichbild an den Mann bzw. an die Frau zu bringen. Jedoch ist die Geschichte reicher, vielfältiger und spannender, als viele Jugendliche heute zu glauben scheinen. Vom Türkenbezwinger Prinz Eugen, ein gebürtiger Franzose mit mangelhaften Deutschkenntnissen, über Beethoven, der neben Mozart als dauernder Streitfall zwischen Berlin und Wien in Bezug auf die Inanspruchnahme geführt wird, über weniger bekannte Persönlichkeiten wie Josef Ressel, dem aber die bahnbrechende Erfindung der Schiffsschraube zugeschrieben werden muss, bis hin zu den Vätern der Schule der österreichischen Nationalökonomie Mises und Hayek. Ein Weckruf für unsere Geschichtslehrer.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema in der neuen Ausgabe der ZurZeit, entweder hier als E-Paper, oder ab Freitag in Ihrem Kiosk.