In Castenaso, einer Kleinstadt in der Nähe von Bologna, ist von vorweihnachtlicher Ruhe nichts zu spüren. Im Gegenteil, es gehen die Wogen hoch wegen Bürgermeister Stefano Sermenghi. Der linke Politiker hatte veranlasst, das jährlich auf einem Platz in Castenaso aufgestellte Krippen-Ensemble für politisch korrekte Zwecke zu missbrauchen. Konkret ließ er das Jesu-Kind in ein Schlauchboot legen, um auf die Gefahren, die von den illegalen Einwanderern bei ihrer Fahrt übers Mittelmeer bewusst in Kauf genommen werden, aufmerksam zu machen.

Nach aktuellen Zahlen der Internationalen Organisation für Migration landeten heuer bislang knapp über 117.000 illegale Einwanderer in Italien an. Über 2.800 überlebten die mutwillig auf sich genommene gefährliche Überfahrt in Schlauchbooten oder anderen seeuntüchtigen Booten nicht.

Dennoch hat die Aktion von Bürgermeister Sermenghi zu heftiger Kritik der an sich einwandererfreundlichen katholischen Kirche geführt. Ernesto Vecchi, Weihbischof von Bologna, sagte lokalen Medien, „der zentrale Kern der Krippenszene ist ein in Windeln gewickeltes Kind, das in einer Krippe liegt. Das muss respektiert werden“. Und dieser wichtige Teil der Krippenszene könne nicht durch ein Boot ersetzt werden. Allerdings zeigte der Kirchenmann auch seine gutmenschliche Seite. Vecchi sagte der Zeitung „Il Resto des Carlino“, er beschwere sich nicht, dass das Schlauchboot in das Krippenensemble eingebaut wurde. Ihm gehe nur zu weit, dass sie Madonna und das Jesu-Kind ins Schlauchboot gesetzt wurden.

 

[Text: B. T.; Bild: Wikipedia]