Als Sozialistin hat die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo eigentlich viel übrig für Einwanderer, Minderheiten und Randgruppen. Doch das Nyansapo-Fest, das vom 28. bis 30. Juli in der Hauptstadt Frankreichs stattfinden soll, geht ihr doch etwas zu weit. Bei dem von Einwanderern aus Afrika organisiertem Festival handelt es sich um eine „militant afro-feministische Veranstaltung“, die „auf einem schwarzen Feminismus und Aktivismus auf einem europäischen Maßstab wurzelt“. 

Tatsächlich scheint es aber darum zu gehen, die weiße Bevölkerungsmehrheit zu diskriminieren und auszuschließen. So heißt es seitens des Veranstalters, der MWASI-Gruppe, einem „Afrofeministischen Kollektiv“, die Veranstaltung werde in mehreren, voneinander getrennten Bereichen stattfinden. Und dabei sind rund 80 Prozent der Lokalität für Schwarze reserviert, und für Menschen mit anderer Hautfarbe – also nicht nur Weiße, sondern auch Asiaten – steht nur etwa ein Fünftel zur Verfügung. Im der englischsprachigen Einladung ist diesbezüglich übrigens von „all races“, also „allen Rassen“ die Rede.

Bürgermeisterin Hidalgo schrieb nun auf Twitter, sie verurteile diese Veranstaltung schärfstens, weil „sie für weiße Menschen verboten ist“. Zudem fordert Hidalgo eine Untersagung des Festivals. Der von den afrikanischen Feministinnen zur Schau getragene Rassismus geht selbst linken französischen Gutmenschenvereinigungen wie „SOS Racisme“ zu weit. Diese bezeichnen das Festival als „Provokation“.

 

[Text: B. T.; Bild: mwasicollectif.com]